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Landgericht Wuppertal
Zeuge gesteht Wettbüro-Überfall

Landgericht Wuppertal: Zeuge gesteht Wettbüro-Überfall
Ein 23-Jähriger erklärte vor Gericht, die hier abgebildete Person zu sein, nach der die Polizei seit Mai 2016 mit Bildern aus einer Sicherheitskamera fahndete. FOTO: Polizei
Wuppertal. Überraschendes Bekenntnis im Zeugenstand: Ein 23 Jahre alter Mann aus Wuppertal gab vor dem Landgericht einen Raubüberfall mit Messer auf ein Elberfelder Wettbüro im Mai 2016 zu. Dabei ging es gerade um einen ganz anderen Raubüberfall, für den der Mann als Zeuge geladen war. Von Dirk Lotze

Die Tat war bisher unaufgeklärt. Der Mann fügte hinzu: "Das war alles mit dem Mitarbeiter im Lokal abgesprochen. Der sollte mir 14.000 Euro geben." Thema der Verhandlung war eigentlich ein ganz anderer Raubüberfall, für den der 23-Jährige gerade bereits im Gefängnis sitzt.

Bei diesem Überfall auf ein Juweliergeschäft am Werth in Barmen, im März 2017 ging der Zeuge laut Feststellung der Polizei als einer der ersten Kunden des Tages in den Laden, hielt einem Mitarbeiter eine Schreckschusspistole vor und verletzte eine Rentnerin, die während des Raubs in das Geschäft kam. Die Beute: eine Digitaluhr für 59,90 Euro. Die Polizei ergriff den Mann wenig später in einem Hinterhof. Dort soll er sich versteckt haben.

Zum neuen Auftritt im Gericht kam es für den Verurteilten durch einen weiteren Prozess gegen zwei mutmaßliche Komplizen seines Juwelierraubs. Nach einer Version hätten diese Angeklagten, ein 29 und 31 Jahre alter Mann, den Jüngeren zur Tat überredet, indem sie ihm klar machten: Der Juwelierverkäufer sei eingeweiht und werde sich nicht wehren. Es sei eigentlich "so eine Art Versicherungsbetrug". Vergangene Woche wiederum erklärte der Älteste: Der Haupttäter sei keineswegs so zimperlich gewesen. Denn er hätte ja in einem Café über seine Erfahrung mit dem Wettbüro erzählt.

Mit einem der Angeklagten sei er verschwägert: "Die wussten beide davon. Der Jüngere wollte sogar mitkommen. Aber ich habe gesagt, ich mache das alleine." Was die Beute aus dem Wettbüro angeht, sei er übrigens betrogen worden: Der Mitarbeiter des Lokals habe ihm nur 1.500 Euro gegeben. Er habe das erst später gemerkt, als er nachzählte. Und er habe den Betrag noch mit diesem Mann und einem weiteren Beteiligten geteilt.

Die Polizei hat die Fahndung mit Fotos aus der Überwachungskamera des Wettbüros zurückgenommen, nachdem der 23-Jährige gestanden hat. Den Prozess gegen die mutmaßlichen Mittäter des Juwelierraubs will das Landgericht im jetzt laufenden Monat Januar abschließen.

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