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Wasserwirtschaft mit Kooperationen gestalten
Wupperverband zieht bei der Verbandsversammlung Bilanz

Wasserwirtschaft mit Kooperationen gestalten: Wupperverband zieht bei der Verbandsversammlung Bilanz
Verbandsversammlung des Wupperverbandes am 6. Dezember in Wuppertal. FOTO: Wupperverband
Wuppertal. Bei der heutigen Verbandsversammlung des Wupperverbandes in Wuppertal standen wichtige Beschlüsse für das kommende Jahr sowie ein Rückblick auf 2018 auf der Agenda.  

"Wir haben in diesem Jahr viel erreicht und wichtige Projekte vorangebracht", lautete das Fazit von Claudia Fischer, Verbandsratsvorsitzende, und Georg Wulf, Vorstand. "Besonders die Kooperationen mit unseren Mitgliedern und weiteren Partnern sind für uns ein zentraler Baustein für eine erfolgreiche Entwicklung im Wuppergebiet."

Die Currenta GmbH & Co. OHG und der Wupperverband setzen ihre Zusammenarbeit bei der gemeinsamen Reinigung von kommunalen und industriellen Abwässern in der Gemeinschaftskläranlage Leverkusen auch über das Jahr 2021 hinaus fort. Ein Kooperationsvertrag für den Zeitraum 2022 bis 2031 wurde unterzeichnet.

Zur künftigen Klärschlammentsorgung gemeinsam mit öffentlich-rechtlichen Partnern werden derzeit die Weichen gestellt. Wenn die Gremien dieser Partner zustimmen, kann in 2019 ein Kooperationsvertrag geschlossen und eine GmbH gegründet werden. Im Anschluss daran können die nächsten Schritte zur Planung einer neuen Schlammverbrennungsanlage (SVA) am Standort Buchenhofen beginnen. Der Wupperverband wird seine vorhandene SVA bis zur Inbetriebnahme einer neuen Anlage weiter betreiben.

Die gemeinsame Betriebsführung des Kanalnetzes der Gemeinde Marienheide durch den Wupperverband und den Aggerverband startete in 2017 und hat sich inzwischen sehr gut eingespielt.

Das gemeinsame Wupperprojekt von Wupperverband und dem Familienunternehmen Vorwerk ist ein weiteres gutes Beispiel für Kooperation und auch für das Engagement von Unternehmen für die Wupper. Im Rahmen der aktuellen Werkserweiterung des Unternehmens konnte der Fluss auf dem Betriebsgelände in Wuppertal-Laaken auf mehr als 1.000 Metern naturnah entwickelt werden und hat stellenweise mehr Raum erhalten. Davon profitieren die Lebewesen im Fluss und die Menschen.
Auch im Bereich Flugplatz Wipperfürth ist die Wupper am Wehr Wipperhof nun nicht nur natürlicher, sondern auch für Fische und Kleinlebewesen durchgängig.

In der Summe lag das Wasserwirtschaftsjahr 2018 (1. November 2017 bis 31. Oktober 2018) an der Messstelle Bever-Talsperre zwar "nur" um 177 Liter unter dem Durchschnitt von 1.297 Litern pro Quadratmeter. Doch die Verteilung war ungewöhnlich: der Winter war sehr nass, und nach drei Starkregen im Mai und Juni waren Sommer und Herbst extrem trocken. In keinem Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen war bisher der Zeitraum Juli bis Oktober so trocken wie in diesem Jahr. Dank des nassen Winters waren die Talsperren des Wupperverbandes im Frühjahr gut gefüllt und für ihre Aufgaben gerüstet.

Durch die trockenen Monate ist insbesondere der Stauinhalt der Wupper-Talsperre, die hauptsächlich in Trockenzeiten Wasser an die Wupper abgibt, stetig gesunken. Zwar ist noch kein historischer Tiefststand erreicht. Doch der Wupperverband hat vorsorglich einen Antrag bei der Aufsichtsbehörde gestellt, die Wasserabgabe aus der Talsperre an die Wupper zu reduzieren. So soll der Speicher geschont werden, für den Fall, dass die kommenden Monate nur wenig Regen bringen.

Die Wasservorräte in den Trinkwassertalsperren des Wupperverbandes liegen momentan im normalen Bereich, so dass für die angeschlossenen Wasserwerke ein ausreichender Wasservorrat für die Trinkwasseraufbereitung zur Verfügung steht.

Auch die Große Dhünn-Talsperre leistet Niedrigwasseraufhöhung in Trockenzeiten. Diese Wasserabgabe an die Dhünn möchte der Wupperverband ebenfalls vorsorglich reduzieren.
Da die Niedrigwasserabgabe aus den Talsperren Große Dhünn und Wupper auf Planfeststellungsbeschlüssen beruht, ist ein Abstimmungsprozess mit der Aufsichtsbehörde erforderlich.

In seinen 11 Kläranlagen hat der Wupperverband in 2018 rund 119 Mio. Kubikmeter Abwasser von Einwohnern und Unternehmen im Wuppergebiet gereinigt. Neben dem laufenden Betrieb der Anlagen ist ihre technische und energetische Optimierung eine wichtige Aufgabe im Rahmen der Daseinsvorsorge.
In 2018 erfolgte die offizielle Einweihung der umgebauten Kläranlage Marienheide. In der Kläranlage Buchenhofen schreitet der Bau einer neuen Schlammentwässerung voran, die 2019 fertig gestellt wird. Die umfangreichen Baumaßnahmen in der Kläranlage Burg sind ebenfalls auf der Zielgeraden und werden im kommenden Jahr abgeschlossen.

Das Projekt Hochwasserschutz Eschbach in Solingen-Unterburg ist in 2018 ein großes Stück vorangekommen. Der Part der Stadt Solingen, die Stützwand entlang der Eschbachstraße zu sanieren, ist bereits abgeschlossen. Der Wupperverband hat von den insgesamt 540 Metern Ufermauern auf der linken Bachseite und Vertiefung des Bachbetts um bis zu 1,60 Meter bereits 235 Meter fertiggestellt.
Nach einer Winterpause sollen die Arbeiten im Frühjahr 2019 fortgesetzt werden.


Die 99 Delegierten der Wupperverbands-Mitglieder – Kommunen, Kreise, Unternehmen der Wasserversorgung und weitere Firmen im Wuppergebiet – hatten u.a. über den Wirtschaftsplan für 2019 zu beschließen. Über die Beitragsentwicklung hat der Verband mit seinen Gremien Zielvereinbarungen geschlossen, so dass die Entwicklung für die Mitglieder auf Jahre hinaus planbar ist.
Nach Jahren mit konstanten Beiträgen sah die Zielvereinbarung für den größten Geschäftsbereich Kläranlagen / Sammler und Entsorgung für 2019 eine geringe Steigerung von 0,75 Prozent vor. Aufgrund der guten Entwicklung von Kosten und Erträgen kann auf die Steigerung in 2019 verzichtet werden, die Beiträge bleiben auch im kommenden Jahr erneut konstant bei 65,3 Mio. Euro.

Für den Geschäftsbereich Talsperren und Stauanlagen sinkt der Beitragsbedarf gemäß der aktuellen Zielvereinbarung von zuvor 10 Mio. Euro auf 8,2 Mio. Euro in den Jahren 2019 bis 2023. Die Senkung des Beitragsbedarfs in diesem Geschäftsbereich ging mit einer Neuordnung der Beitragsveranlagungsregeln einher, die sich an aktuellen Nutzungen und wasserwirtschaftlichen Gegebenheiten orientiert.

Für den Geschäftsbereich Gewässerunterhaltung stand eine neue Zielvereinbarung zum Beschluss auf der Tagesordnung. Diese sieht vor, dass die Beiträge in diesem Geschäftsbereich in den Jahren 2019 bis 2021 jeweils um 5 Prozent und von 2022 bis 2030 jeweils um 4 Prozent steigen. So kann der Wupperverband die weitere Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie finanzieren, die sich in den kommenden Jahren besonders der Unteren Wupper widmen wird, sowie Infrastrukturaufgaben wie die Sanierung von Ufermauern und verrohrten Gewässern. Der Beitragsbedarf für 2019 beträgt dann 3,5 Mio. Euro. Wie zuvor bei den Talsperren standen auch hier die bisherigen Beitragsveranlagungsregeln auf dem Prüfstand und wurden angepasst und aktualisiert.

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