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Auf ein Wort
Was dürfen wir hoffen?

Auf ein Wort: Was dürfen wir hoffen?
Stadtdechant Dr. Bruno Kurth und Superintendentin Ilka Federschmidt wünschen mit diesem gemeinsamen Beitrag ein gesegnetes Osterfest. FOTO: Bettina Osswald
Wuppertal. "Kinder haben ein Recht auf Religion!" Erstaunt hörten 300 Eltern und Erzieherinnen in der Citykirche Elberfeld diese deutlichen Worte aus dem Mund von Prof. Dr. Rainer Strätz anlässlich der Kampagne "Kita-strophal" zur Unterstützung der kirchlichen Träger von Kindertagesstätten. Jeder Mensch, jedes Kind habe ein Recht zu fragen "Was darf ich hoffen?" – und dieser Frage für das eigene Leben nachzugehen, sagte er unter Bezug auf den Philosophen Immanuel Kant. Von Ilka Federschmidt und Dr. Bruno Kurth

In unseren christlichen Kindergärten erzählen wir den Kindern von der christlichen Osterhoffnung. Wir erzählen ihnen, dass Jesus die Liebe Gottes zu den Menschen brachte und dass er dafür sein Leben eingesetzt hat. Wir erzählen ihnen, dass er dafür gestorben ist – aber Gott weckte ihn auf aus dem Tod.

Wir erzählen ihnen, dass Jesus lebt und mit seiner Liebe immer bei ihnen ist, in guten und in schweren Zeiten. Bei ihm bleiben wir, selbst wenn wir sterben. Wir erzählen ihnen, was er allen Menschen weitergegeben hat: Dass nach Gottes Willen den sanftmütigen Menschen die Erde gehört und denen, die sich für den Frieden einsetzen. Und dass sie durch Jesus Gottes Kinder sind. Sie sind einzigartig und wichtig, weil er sie liebt.

Wir erzählen ihnen, dass wir durch Jesus vergeben und verzeihen können, und dass das viel Kraft hat – mehr als sich zu rächen und zu vergelten. Wir erzählen ihnen, dass wir auf seine Liebe vertrauen können – auch wenn so viel auf unserer Erde dagegen spricht. Er macht uns Mut und gibt uns die Kraft, Zeichen zu setzen für Gottes Welt, in der alle Menschen in Frieden als seine Kinder leben werden.

Von dieser Hoffnung erzählen wir ihnen, und hoffentlich leben wir sie ihnen vor. Auch dadurch, wie wir in Achtung und Liebe mit ihnen selbst umgehen. Auch dadurch, dass wir uns nicht zum Hass bewegen lassen durch die Bilder in diesen Tagen aus Syrien, aus Stockholm, aus der Kirche der koptischen Christen in Kairo, sondern dafür eintreten, dass wir am Ende das Böse nur mit dem Guten überwinden werden.

Unsere Kinder werden größer und werden erwachsen. Sie werden ihre eigenen Entscheidungen treffen, ob sie Ja sagen zu diesem Glauben und zu dieser Hoffnung oder nicht. Es gehört zur Liebe Jesu und zum christlichen Glauben, sie darin frei zu lassen. Aber vorenthalten wollen und dürfen wir ihnen und allen Menschen diese Hoffnung nicht. Sie haben um Gottes Willen ein Recht darauf. Wir brauchen Orte im Leben, wo diese Hoffnung weiter erzählt, gelebt, fröhlich besungen und gefeiert wird.