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Im Wuppertaler Osten
Trassen-Pläne: "Eine richtig große Nummer"

Im Wuppertaler Osten: Trassen-Pläne: "Eine richtig große Nummer"
Im Visier - der rechte der drei Tunnel. FOTO: Neue Ufer Wuppertal
Wuppertal. In Langerfeld gibt es eine Eisenbahntrasse mit drei Tunneln, auf die der Verein "Neue Ufer Wuppertal" vom Langerfelder Bezirksbürgermeister Eberhard Hasenclever aufmerksam gemacht wurde. Sie würde sich fast direkt an die Schwarzbachtrasse, mit deren Bau bald begonnen werden soll, anschließen.

Mit ihrer Länge von etwa drei Kilometern wäre sie eine optimale Verbindung zwischen Nord- und Südhöhen sowie den Tälern von Wupper, Schwelme und Ruhr. Rundschau-Redakteur Stefan Seitz unterhielt sich darüber mit Dajana Meier, der Vorsitzenden von "Neue Ufer Wuppertal".

Rundschau: Wer sie nicht kennt, und das dürften viele sein, wird sich fragen: Was und wo ist denn diese Langerfelder Trasse?

Meier: Ja, die die Langerfelder Trasse ist tatsächlich etwas für Stadtteilspezialisten. Sie ist im Grunde keine eigene Trassenführung, sondern ein stillgelegter Gleiskörper entlang der Strecke nach Remscheid mit einem rund 280 Meter langen Tunnel zwischen der Spitzenstraße in Langerfeld und der Öhder Straße an der Wupper. Die Strecke beginnt gleich hinter dem S-Bahnhof Langerfeld, sie endet als ehemaliger Gleisanschluss auf einem abgeräumten Grundstück der Firma 3M an der Ecke Öhder Straße und Schmitteborn.

Rundschau: Was ist das Besondere an diesem Stück Weg?

Dajana Meier, Vorsitzende des Vereins „Neue Ufer Wuppertal“, will die Pläne für eine weitere Trassenverbindung anschieben. FOTO: Tom V Kortmann

Meier: Diese Trasse stellt den Durchstich zwischen dem Tal der Wupper und dem Tal der Schwelme dar. Man könnte Heckinghausen, das sozusagen auf der falschen Seite von Nordbahn- und Schwarzbachtrasse liegt, anbinden, und hätte damit auch die Südhöhen erreichbar gemacht. Außerdem wären mit diesem kleinen, aber wichtigen Verbindungsstück auch der Ruhrradweg, die Bergischen Radwege und der Rhein-Radweg in einem Netzwerk miteinander verknüpft. Das ist eine richtig große Nummer.

Rundschau: Wenn man Tunnel hört, denkt man gleich: Das wird teuer!

Meier: Das wird natürlich auch hier kein Billig-Angebot werden, wie immer mit der Wuppertaler Topografie. Der Tunnel auf der Langerfelder Trasse, ein ganz seltener Drei-Röhren-Tunnel, wird sicher nicht billig. Aber die Bahn saniert gerade einen der drei Tunnel, da kann man vielleicht für eine Kostenkalkulation etwas ableiten. Für den Radweg genutzt würde aber nur die rechte von drei Röhren.

FOTO: Neue Ufer Wuppertal

Rundschau: Welche Besonderheiten hätte die Strecke noch?

Meier: Vom Ende der Schwarzbachtrasse kommend, würde man die Spitzenstraße zur Überquerung der Schienen nutzen. Am Neubaugebiet, durch das bereits der Radweg Richtung Langerfelder Zentrum geplant ist, gibt es einen steilen Geländeeinschnitt. Der müsste mit einer Rampe oder schmalen Brücke entlang der Steilkante überwunden werden. Diese Rampe führt dann aber sofort in den vorgesehenen Tunnel. Abseits der noch genutzten Schienen.

Rundschau: Nicht nur bei "Tunnel", auch bei "Brücke" werden alle, die das Thema Trasse verfolgt haben, finanziell hellhörig ...

Meier: Wir rechnen mit Kosten in einer Größenordnung von vielleicht drei bis vier Millionen Euro für die ganze Trasse, es müssen ja auch Grundstücke gekauft werden. Da haben wir aber den Vorteil, dass es nur drei verschiedene Eigner gibt.

Rundschau: Wie sind die Reaktionen auf die Langerfelder Trassen-Idee gewesen?

Meier: Sehr gut! Politik, Verwaltung und Stadtspitze haben gute Signale gegeben. Diese Trasse hat, wie die Schwarzbachtrasse, einen großen Vorteil: Sie ist kurz, also gut realisierbar. Und sie hätte trotz ihrer Kürze einen enorm großen Mehrwert als genau das Verbindungsstück, das im Wuppertaler Osten immer gefehlt hat. Das Ganze ist zwar jetzt noch nur eine Idee, wäre aber die ideale Fortsetzung des Projektes Schwarzbachtrasse und des Projektes "Soziale Stadt Heckinghausen".

Die Rundschau-Radrunde