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Amtsgericht Wuppertal
Schnelle Verurteilung, klare Worte

Amtsgericht Wuppertal: Schnelle Verurteilung, klare Worte
Der Angeklagte (38) vor Prozessbeginn im Amtsgericht Wuppertal. FOTO: Lotze
Wuppertal. Nach einer spektakulären Festnahme in Wupperfeld am 3. November hat das Amtsgericht Wuppertal einen Täter bereits rechtskräftig verurteilt. Laut Geständnis wollte er teure Damenhandtaschen aus einem Warenhaus stehlen, als ihn ein Ladendetektiv stellte. Eine Komplizin habe ihn bei der Tat gelenkt.

Nur eine Woche nach der Tat hat das Amtsgericht einen Ladendieb rechtskräftig verurteilt. Der 38 Jahre alte Mann hat gestanden, dass er aus einem Elberfelder Warenhaus Damenhandtaschen für mehr als 400 Euro stehlen wollte. Er hatte die Ware im Ausgangsbereich fallen gelassen, als ihn ein Detektiv aufhielt.

Die Geldstrafe beträgt 450 Euro - ein Monatseinkommen bei den Verhältnissen des Mannes. Die Polizei hatte ihn mit einer Gruppe weiterer Verdächtiger am 3. November in einer spektakulären Aktion aus dem Autoverkehr in Wupperfeld heraus festgenommen. Der Verurteilte war während der Tat in Deutschland nicht vorbestraft. Der Richter stellte fest: "So wird er also verurteilt, wie man jemanden bestraft, der unvorbelastet etwas stielt."

Die Staatsanwaltschaft hatte den 38-Jährigen im beschleunigten Verfahren angeklagt. Durch den Prozess wurden weitere Einzelheiten zum Fall bekannt. So hatten die Ladendetektive den Mann nach einigen Formalitäten zunächst entlassen, weil er anscheinend Kontakt zu einer Frau gehalten hatte, die unerkannt fliehen konnte. Laut Staatsanwaltschaft beobachteten Zivilfahnder der Polizei den 38-Jährigen, wie er an der Klotzbahn in einen Opel-Van neuerer Bauart einstieg. Auch dort soll eine Frau gesehen worden sein. Die Beamten hätten versucht, das Auto aufzuhalten.

Bei dieser ersten Aktion soll sich der Fahrer des Vans widersetzt haben, indem er auf die Beamten zufuhr, dass diese zur Seite springen mussten. Mehrere Stunden später erkannten Polizisten das Fluchtfahrzeug in Barmen. Funkstreifenwagen keilten den Opel auf der Berliner Straße ein. Sie nahmen drei der sechs Insassen fest und stellten den Führerschein des Fahrers sicher. Die Ermittlungen dauern an.

Der 38-Jährige erwähnte die Frau aus dem Geschäft in seinem Geständnis: Sie habe ihm Geld versprochen, wenn er die Taschen für sie stehle. Darauf habe er sich eingelassen. Sie habe ihm auch die Ware gezeigt. Er selbst sei drei Tage zuvor aus Polen nach Deutschland gekommen, um hier zu arbeiten. Der vermeintliche Auftraggeber habe ihn aber nicht beschäftigt und nicht bezahlt. Deshalb habe er sich keine Fahrkarte kaufen können.

Der Richter wies das zurück: "Ich glaube Ihnen gar nichts von diesem Drumherum. Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass Sie eine Reihe Geschäfte abgeklappert haben. Am besten fahren Sie so schnell wie möglich zurück nach Polen."

Der 38-Jährige kam am Ende der Verhandlung aus der Untersuchungshaft frei. Die Staatsanwaltschaft Stade sucht ihn wegen anderer Ermittlungen, allerdings besteht dafür kein Haftbefehl.