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Staatsschutz ermittelt
Schmiererei an Ditib-Moschee

Staatsschutz ermittelt: Schmiererei an Ditib-Moschee
Der Schriftzug ist inzwischen entfernt. FOTO: Gemeinde
Wuppertal. Unbekannte haben in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (15./16. Februar 2017) eine Wand der Ditib-Zentralmoschee an der Elberfelder Gathe beschmiert. Nach Angaben der Wuppertaler Polizei ermittelt nun der Staatsschutz.

Die Täter werfen der "Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion" (Ditib) mit dem Schriftzug "AKP-Nutte" vor, Handlanger der Partei des türkischen Präsidenten Erdogan zu sein. Die in roter und schwarzer Schrift aufgebrachten Buchstaben sind inzwischen entfernt worden. Mehrere Imamen der Religionsgemeinschaft werden beschuldigt, Spitzeldienste ausgeführt zu haben. Wuppertaler Imame sind nicht betroffen.

In einer Stellungnahme verurteilten die SPD-Landtagsabgeordneten Bell, Bialas und Neumann die Tat: "Wir verwehren uns dagegen entschieden. Ein solcher Anschlag auf ein Gotteshaus ist inakzeptabel. Schnellstmöglich müssen die notwendigen Ermittlungen durchgeführt werden, um die Täter zu identifizieren und ihrer habhaft zu werden. Politische Diskussionen und Kontroversen erfolgen innerhalb von Spielregeln. Solche Taten liegen weit jenseits dieser Regeln. Unterschiedliche Meinungen und Positionen sind legitim, ebenso der Austausch zwischen diesen. Wesentlich ist aber die Form. Ein Anschlag auf ein Gotteshaus ist ein Anschlag auf alle Gotteshäuser. Wir zeigen uns solidarisch mit den Musliminnen und Muslimen in unserer Stadt."

Der unabhängige Landtagskandidat Jörg Heynkes: "Ohne Frage steht Ditib in diesen Tagen zurecht in der Kritik. Dennoch ist für ein friedliches Zusammenleben der gemeinsame Dialog unabdingbar. Attacken dieser Art schüren Hass. Wir brauchen den politischen und gesellschaftlichen Dialog mit Ditib genauso wie mit den anderen muslimischen Dachverbänden (Islamrat für die Bundesrepublik Deutschland, Verband der islamischen Kulturzentren, Zentralrat der Muslime), um in unserer Gesellschaft friedlich und im Miteinander zu leben."