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Bahnsperrung in Wuppertal
Sag mir, wo die Lenker sind ...

Bahnsperrung in Wuppertal: Sag mir, wo die Lenker sind ...
Buss von Verkehrsunternehmen aus ganz NRW fahren derzeit Wuppertal an - hier die Bahnhofstraße vor der Stadthalle. FOTO: Rundschau
Wuppertal. Seit fünf Tagen läuft der Schienenersatzverkehr. Eine Fahrt vom Wuppertaler Hauptbahnhof bis nach Düsseldorf haben wir mitgemacht. Unser Fazit: verwirrend, voll und zu wenig Busse. Von Sinja Husmann

Startpunkt ist der Wuppertaler Hauptbahnhof. Denn ich weiß nicht, wo der SEV fährt, und will die "Reisendenlenker" fragen, deren Einsatz die Bahn im Vorfeld versprochen hatte. Fehlanzeige – nur ein Schild und rote Fußstapfen, die einen den Weg zeigen, sind vorhanden. Von den Helfern keine Spur. Der Schienenersatzverkehr, kurz SEV, startet rund 400 Bergauf-Meter entfernt an der Historischen Stadthalle. Mit Koffern ein echter Fitnesstest.

Die Busse sind pünktlich, aber: Es kommt ein großer Gelenkbus als Ersatz für die wenig frequentierte S-Bahn-Linie 9, aber nur ein normaler als Ersatz-Schnellbus für die begehrten Bahnlinien nach Düsseldorf. Der Bus ist dementsprechend randvoll. 40 Minuten sind eingeplant, aber die hält er weder auf der Hin- noch auf der Rückfahrt ein. Mit einer Stunde oder noch mehr sollten die Pendler bei Stoßzeiten rechnen – der Bus landet unweigerlich im Stau auf der A 46.

Der Busfahrer fährt mit Navi, trotzdem landet er beim Düsseldorfer Hauptbahnhof auf den Schienen der Straßenbahn – auch das bringt wieder Chaos und Verspätung. Am Düsseldorfer Hauptbahnhof ist es noch voller, wuseliger und keiner weiß, welcher Bus denn der richtige ist – verwirrte Gesichter und sehr viele Fragen. Minutenweise fahren die Busse die Haltestelle an, da diese nicht nur für den SEV eingeplant ist.

Der Bus, den ich zurücknehmen wollte, sollte um 16.15 Uhr kommen und nach Oberbarmen fahren – er ist aber schon Punkt 16 Uhr da, also entweder zu früh oder zu spät. Auf die Nachfrage, wohin denn der Bus fährt, kommt nur eine unhöfliche, kurze Antwort zurück. Einer, der drei Mitarbeiter scheucht die Leute rein und der Bus fährt los. Die Pendler, die noch angerannt kommen, ignoriert er. Merkwürdig: Der Busfahrer fährt nicht nur eine ganz andere Strecke als auf der Hinfahrt, er steuert statt Oberbarmen auch nur den Elberfelder Hauptbahnhof an und beendet dort die Fahrt. Da steige ich dann lieber in die Schwebebahn, denn die fährt alle vier Minuten.

Fazit: Vieles kann man noch verbessern – mehr Busse, nettere Mitarbeiter und wo sind eigentlich die versprochenen "Reisendenlenker"? Fahrgäste berichten auch von einer Frau, die ohnmächtig wurde, weil der Bus zu voll war. Oder von ganz ausgefallenen Bussen und einer Stunde Wartezeit auf den nächsten.