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Programmvorstellung
Pflicht und Kür am Johannisberg

Programmvorstellung: Pflicht und Kür am Johannisberg
Zusammen mit dem „Gori Women’s Choir“ kommt die georgische Sängerin Katie Melua am 15. November in die Wuppertaler Stadthalle. FOTO: BB Promotion
Wuppertal. Die neue Spielzeit in der Historischen Stadthalle setzt auf große Namen von Katie Melua, Max Raabe, Michael Mittermeier bis Urban Priol. Von Jörg Degenkolb-Degerli

Bei der alljährlichen Programmvorstellung für die nächste Spielzeit in der Stadthalle weht immer auch Unternehmergeist durch die geschichtsträchtigen Gemäuer. Und so wurden zunächst mal Zahlen verlesen. Demnach ist die Besucherzahl mehr als stabil. "Sie bewegt sich immer zwischen 180.000 und 200.000 Besuchern. Die letzte Saison ging eher Richtung 200.000", berichtete Geschäftsführerin Silke Asbeck, bevor sie sich dem künstlerischen Geist widmete. 

Da setzt man dementsprechend vorrangig auf Bewährtes. Dass es die Mischung macht, weiß man hier schon lange, und so geben sich auch 2018/19 E und U die Bühnenklinke in die Hand. Als "Spektakel" wird die Saisoneröffnung mit "Werther" von Jules Massenet angekündigt und damit auch gleich die Opernspielzeit des Sinfonieorchesters eröffnet.

116 Seiten Programmheft gibt die Stadthalle Kulturinteressierten an die Hand: Menschen, die wohl immer häufiger auch von auswärts anreisen. "Der Anteil der Kulturveranstaltungen steigt tendenziell", freut sich Silke Asbeck, "die populäre Musik ist hier aber klar am stärksten vertreten. Das reicht von Mary Roos bis BAP." Letztere beziehungsweise Wolfgang Niedecken schaut ja schon seit den 1980ern regelmäßig vorbei – in Wuppertal mag man Tradition, so scheint's.

Da kommt man auch unter der Überschrift "Beste Unterhaltung für graue Wintermonate" auf seine Kosten: Namen wie Katie Melua, Max Raabe, Michael Mittermeier und Urban Priol werden es wohl wie gewohnt richten.

Das Booking setzt ganz klar auf Namen. Zum Glück Namen, die dem Prachtbau nicht den Eindruck einer profanen Mehrzweckhalle anhaften. Dem Hause angemessen, finden auch Konzerte des Sinfonieorchesters statt: Der Bayer-Klavierzyklus mit klarer politischer Botschaft gegen Antisemitismus, die Orgel-Akzente mit explizitem Hinweis der Geschäftsführerin, die an einen besonderen Termin glaubt: Den Tag vor Heiligabend. "Wir haben uns gefragt: Gehen Leute da in ein Konzert? Wir glauben schon. Es ist ein Heimspiel für unter anderem Sopranistin Annika Boos und es wird die Besucher festlich einstimmen."

Schwer vorstellbar, dass die imposanten Säle dann auch Raum geben für zahlreiche international renommierte Tätowierer, die bei der Tattoo-Convention die Nadeln surren lassen. Aber Tattoo- und Hochzeitsmesse gehören ebenso zum Programmalltag wie auch Schlager, Jubiläen, Bälle und – der nicht zu unterschätzende Education-Bereich mit Kindergartenkonzerten und Co. Hier soll der Nachwuchs an die Kultur herangeführt werden und – so verlangt es der Unternehmergeist – auch dem Kunden von morgen was geboten werden.

Infos zu den Veranstaltungen gibt es unter www.stadthalle.de

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