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Bildung
Junior Uni: "Ein sehr schönes Gefühl"

Bildung: Junior Uni: "Ein sehr schönes Gefühl"
Helin Kilagöz und Antonia Aldenhoven haben als Dozentinnen in ihrem Junior-Uni-Technikkurs mit vier- bis sechsjährigen Studenten zusammen ein Wasserrad gebaut, das die Kräfte der Natur anschaulich sicht- und spürbar macht. FOTO: Rundschau
Wuppertal. Die Wuppertaler Junior Uni ist einmalig. Und auch viele ihrer Dozenten haben eine ganz besondere Geschichte. Die Rundschau stellt sie vor. Heute: Antonia Aldenhoven und Helin Kilagöz.

Erst 18 und schon Uni-Dozentinnen? Wenn Antonia Aldenhoven und Helin Kilagöz ihren Freundinnen das erzählen, sind die oft ganz schön neidisch. Aber es ist ja auch nicht einfach ein Job... Dass die beiden 18-Jährigen (Antonia macht Abi an der Ronsdorfer Gesamtschule, Helin am Carl-Duisberg-Gymnasium) heute Dozentinnen sind, hat eine Vorgeschichte.

Schon ganz früh haben beide die Junior Uni kennen gelernt – als 14-jährige Studentinnen. Und beiden war schnell klar: Hier zu lernen, das macht mehr als Spaß. Als die beiden dann die Chance bekamen, als Assistentinnen die nächste Stufe der Junior-Uni-Entwicklung zu erklimmen, haben sie sofort zugegriffen: Mehrere Jahre lang begleiten Assistenten bereits "fertige" Dozenten, absolvieren Expertenkurse, wachsen an ihren Aufgaben ...

Und jetzt? Jetzt unterrichten Antonia und Helin Vier- bis Sechsjährige in einem Kurs, der sich mit Wasserkraft beschäftigt – und bei dem auch schon ein einfaches, aber wirkungsvolles Wasserrad komplett selbst gebaut wurde. Den Unterricht machen sie zusammen, denn im ersten Dozentenjahr sind die Kursleiter als Tandem im Einsatz. Helin sagt: "Das ist für alle gut und auch sicherer, in so einem Kurs ist ja jede Menge los." Und Antonia fügt hinzu: "Wir beide ergänzen uns sehr gut, sind Freundinnen geworden und haben auch am Wochenende viel Spaß zusammen."

Beide erleben, dass der Unterricht, den sie geben, auch ihnen selbst viel bringt: "Ich liebe Kinder, und der Kontakt mit Menschen bereichert mich sehr", so Helin Kilagöz. Und Antonia Aldenhoven: "Wenn ich sehen kann, dass ich jemandem etwas beigebracht habe, ist das auch für mich ein sehr schönes Gefühl."

Was planen die beiden jungen Dozentinnen? Antonia, die später Architektur studieren möchte, will an der Junior Uni bei ihren zukünftigen Kursen etwas über die Evolution des Menschen und spannende untergegangene Kulturen wie etwa die Maya vermitteln. Helin, für die nach dem Abi ein Jahr auf Reisen und dann ein kaufmännisches Studium ansteht, legt einen Kursschwerpunkt auf das Thema Textilien: Wie entsteht Stoff, woraus besteht er, was kann man alles mit ihm machen?

Wenn Antonia Aldenhoven und Helin Kilagöz über die Junior Uni sprechen, geht ein Strahlen über ihre Gesichter: "Total cool, sehr gute Stimmung, viele neue Gesichter und man kann zu den eigenen Interessen ständig was dazulernen."

Die Vorstellung, nach dem Abitur aus Wuppertal (und damit von der Junior Uni) wegzuziehen (oder wegziehen zu müssen), fällt beiden nicht leicht. Helin Kilagöz formuliert es sogar besonders emotional: "Die Junior Uni ist meine andere Herzhälfte." Und auch Antonia Aldenhoven findet bildreiche Worte: "Die Junior Uni, das sind viele Jahre wundervoller Freizeit. Das möchte man nicht verlieren."