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"Helfen, die Welt ein bisschen zu verbessern"

"Helfen, die Welt ein bisschen zu verbessern"
„Es muss nicht gleich alles in den Müll wandern“, findet Navina Binkenborn und erklärt, wie man Kleidung „upcycelt“. FOTO: Florian Schmitz
Wuppertal. Sie hat Modedesign in Berlin studiert, Schnitttechikerin in Düsseldorf und Schneiderin in Duisburg gelernt und ist dabei doch Wuppertal und dem Luisenviertel immer treu geblieben. Heute hat die 34-jährige Navina Binkenborn ein eigenes Label unter dem Namen "Edda Mör", das sie seit seit 2014 an der Friedrich-Ebert-Straße verkauft. Von Florian Schmitz

Wichtig ist der zweifachen Mutter dabei vor allem die Nachhaltigkeit ihrer Kleider. Alles wird selbst hergestellt, ohne lange Produktionswege und schlecht bezahlte Mitarbeiter, wie es häufiger in der Modebranche vorkommt. Deshalb verwendet sie nicht nur neue, sondern auch alte Stoffe. "Upcycling" ist das moderne Wort dafür – und für Navina Binkenborn eine Mission.

Sie will helfen –- beim Ausbessern von Klamotten, die von ihren Besitzern schon kurz vorm Wegwerfen standen, obwohl man sie noch prima tragen könnte. "Ein gutes Beispiel sind Jeans. Es werden so viele Hosen weggeworfen, weil ein Loch im Bein oder der Schnitt nicht mehr aktuell ist", sagt Binkenborn.

Um Upcycling in der Gesellschaft zu verankern, gibt die Designerin Workshops. Die Teilnehmer können mit alten Kleider- und Stoffresten ins Geschäft kommen. Navina Binkenborn gibt Tipps und hilft beim Schnitt und Schneidern. Selbst nähen zu können hilft dabei natürlich. Am Ende nimmt jeder ein individuelles – und gerettetes – Stück mit nach Hause.

Ihre Hintergedanken erklärt sie als vollkommen uneigennützig: "Ich habe zwei Kinder und will helfen, die Welt ein bisschen zu verbessern, damit nicht alles so schnell den Bach runtergeht", sagt sie. Und ist fest davon überzeugt: "Es muss nicht immer gleich alles in den Müll wandern, was man noch einmal ausbessern kann."

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