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Bilanz der Unwetterschäden
Hardt: „Ein verheerender Anblick“

Bilanz der Unwetterschäden: Hardt: „Ein verheerender Anblick“
Alle Hände voll zu tun hatte (und hat an manchen Stellen immer noch) die Wuppertaler Stadtreinigung. Die allerschwersten Verwüstungen durch Schlamm und Geröll wie auf diesem Bild sind allerdings bereits beseitigt. FOTO: ESW
Wuppertal. Während der Montagspressekonferenz des Oberbürgermeisters gab es eine weitere Bilanz des Mega-Unwetters am Dienstag: Bei dem übrigens blieben im Rathaus genau um 15.55 Uhr alle Uhren stehen – als die Elektrik auf Notstrom umgeschaltet werden musste. Von Stefan Seitz

Bis jetzt läuft in der Stadt vieles wieder rund – nur die Rathausuhren stehen immer noch bei fünf Minuten vor vier still. 

Auf der bis 12 reichenden Starkregen-Skala lag Wuppertal bei Stufe 11. Die Feuerwehr fuhr deswegen 950 Einsätze bis zum Freitag – 800 davon allein am Tag des Unwetters. 1.000 Helfer (darunter zahlreiche Leute der Freiwilligen Feuerwehren) waren unterwegs – zusätzlich etwa 200 Feuerwehr-Mitarbeiter aus Remscheid, Solingen, dem EN-Kreis sowie aus anderen NRW-Städten. 
Auf Straßen, Wege und Plätzen sind – so die aktuelle Schätzung – Schäden von mindestens 5,5 Millionen Euro entstanden. Schritt für Schritt werden sie jetzt ausgebessert: Beispielsweise an der Uellendahler Straße auf Höhe der Vogelsangstraße, wo es deswegen zu Verkehrsbehinderungen kommt. Wer noch Unwetterstraßenschäden sieht, kann (bitte mit Fotos) an strassenkontrolle@stadt.wuppertal.de mailen. 

Bei den Stadt-Gebäuden hat es drei Turnhallen erwischt: Der Hagel durchschlug die Lichtkuppeln, der Regen zerstörte die Hallenböden. Außerdem wurde die fast fertige Baustelle des Berufskollegs am Haspel komplett verwüstet. Das gilt auch für ein Uni-Gebäude am Haspel: Wann es dort wieder Unterricht geben wird, ist zurzeit völlig offen. 

Während sich das „Rex“-Kino am Dienstag sozusagen am Ufer befand, weil das Kipdorf einem reißenden Fluss glich, hat das Filmtheater mittlerweile wieder geöffnet. FOTO: Rex

Beschädigt wurden rund 500 Bäume – vor allem an ihren Kronen. Bis zu einen Meter tief ausgespült sind die Wege im Unwetter-Epizentrum auf der Hardt – "ein verheerender Anblick", so Grünflächen-Ressortleiterin Annette Berendes. 
Schwer getroffen wurden auch die beiden unterhalb der Hardt gelegenen Kleingartensiedlungen "Oststadt" und "Missionsstraße" sowie die Anlage "Futterplatz" in Barmen: Der Fahrbahnbelag der Oberen Lichtenplatzer Straße landete in den dortigen Kleingärten. Die AWG hat bis jetzt 550 Tonnen nassen Sperrmüll beseitigt: Das Material wird auf Korzert zwischengelagert, denn die Abfallbunker der Verbrennungsanlage sind voll. 

Die Wuppertaler Kanäle übrigens, so die bisherigen Untersuchungen der Stadtwerke, haben die riesigen Wassermassen ohne bedeutende Schäden verkraftet. 

OB Andreas Mucke beziffert die Schäden an der städtischen Infrastruktur auf etwa zehn Millionen Euro – und bittet das Land deswegen um finanzielle Hilfe. 
Trotz allem: Wuppertal hatte Glück im Unglück: Es hat nur Leichtverletzte gegeben. 

Die AWG wird am Samstag und Sonntag, 9. und 10. Juni, nochmals zwei Sonderschichten mit 25 Wagen (sieben davon sind Wuppertaler, der Rest kommt aus benachbarten Städten) fahren, um allen Flut-Sperrmüll, der noch vor Häusern steht, wegzuschaffen.  Wer etwas melden möchte, mailt an sperrmuell@awg.wuppertal.de