| 15.00 Uhr

Es geht weiter mit den Schwebebahnen
"Etwas aus der Übung"

Es geht weiter mit den Schwebebahnen: "Etwas aus der Übung"
Ulrich Jaeger, Geschäftsführer der WSW mobil, klettert in den Lkw aus Valencia, um die frisch eingetroffene, neue Schwebebahn zu begutachten. FOTO: Simone Bahrmann
Wuppertal. Kommendes Frühjahr heißt es Abschied nehmen – von den alten Schwebebahnen der Baureihe 1972-74. Bis dahin wollen die WSW alle 31 neuen Schwebebahnwagen in Betrieb genommen haben. Von Hannah Florian

Am Montag kam nach einer Pause von über einem Jahr endlich wieder eine neue Bahn aus Valencia in Wuppertal an. "Jetzt geht es weiter!", erklärt Ulrich Jaeger von den WSW. Im Sommer 2017 geriet bekanntlich eine der Bahnen ins Pendeln und stieß gegen das Gerüst der Schwebebahn. Das Tempo der Züge wurde daraufhin auf 40 Kilometer pro Stunde gedrosselt, die Lieferungen setzte man aus.

Jetzt erhielten die WSW eine neue Betriebsgenehmigung für die Bahnen, die erste der noch fehlenden konnte auf den Weg nach Wuppertal gebracht werden. Vier Lkw mit insgesamt 25 Tonnen Schwebebahn rollten am Montagvormittag auf das Werkstattgelände in Vohwinkel. 

Rundschau-Volontärin Hannah Florian staunt derweil über die Größe des Fahrgestells. FOTO: Simone Bahrmann

Ungefähr vier Wochen wird es nun dauern, bis die Schwebeahn Nr. 14 des Herstellers Kiepe Electric zu ihrer ersten Fahrt aufbrechen wird. "Wir sind etwas aus der Übung", erklärt Ulrich Jaeger die vier Wochen Installationszeit bis zur Inbetriebnahme. "Nach einem Jahr Pause muss die ganze Logistik neu aufgebaut werden."

Ist das geschafft, erwarten die WSW Anfang November bereits die nächste Bahn. Ab da sollen im Zwei-Wochen Rhythmus neue Schwebebahnen ans Fahrgerüst gehängt werden. Der Innenraum der neuen Bahn ist gelb, nicht mehr grün. Die allerletzten neuen Bahnen werden von Innen rot gestaltet sein. "Da findet jeder Wuppertaler seine Farbe", sagt Ulrich Jaeger. 

Bilder:

Schwebebahn - alt und neu FOTO: Klaus Teders

Für ihren wohlverdienten Ruhestand haben die alten Schwebebahnen alle ein mehr oder weniger ruhiges Plätzchen und einen Abnehmer gefunden. Die letzte Bahn geht an den Verein Utopiastadt im Mirker Bahnhof. Eine Bahn behalten die Stadtwerke selbst. Was sie damit machen, wissen sie noch nicht. 

Fahren kann die Bahn dann auf jeden Fall nicht mehr. "Sobald alle Neuen hängen, stellen wir auf 700 Volt um, das können die alten Bahnen nicht", erklärt Jaeger. Damit zumindest der Kaiserwagen weiter fahren kann, wird er im Frühjahr für einige Wochen aus dem Verkehr gezogen und umgerüstet. 

Die Rundschau-Radrunde