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Bahn-Sperrung
Eine zweite Chance für die Bahn

Bahn-Sperrung: Eine zweite Chance für die Bahn
Ein Bild, das sich um Ostern zwei Wochen lang bot: Dicht an dicht quetschen sich die Menschen in den Schienenersatzverkehr. FOTO: Rundschau
Wuppertal. Die Bahn möchte es noch einmal mit Wuppertal probieren. Die nächste Vollsperrung beginnt am Sonntag und soll reibungsloser laufen als die zwei Wochen Testlauf in den Osterferien. Die Rundschau hat alles über die Mega-Sperrung zusammengefasst.  Von Nina Bossy

Dieses Mal soll alles besser werden... Sie wirken wie ein Pärchen, das dem Freundeskreis erklärt, dass sie es noch einmal miteinander probieren möchten. Klar, gab es Probleme. Ja, Versprechen wurden nicht gehalten. Aber man habe sich ausgesprochen. Dieses Mal wird alles anders. Man möchte ihnen so gerne glauben. Man möchte mahnen: Hört nicht auf, an euch zu arbeiten!

Aber man wünscht ihnen für die nächste Vollsperrung wieder alles Gute – der Stadt Wuppertal und der Deutschen Bahn AG. Was bleibt uns Wuppertalern anderes übrig? Man hängt ja selbst mit drin. Am Sonntag um 22 Uhr beginnt die neue Liaison und die Wuppertaler werden merken, ob die Bahn ihren Treueschwur sechs Wochen hält. Bis zum 30. August wird Wuppertal (bis auf die Haltestelle Oberbarmen) vom Zugverkehr abgekoppelt. In den Osterferien hat die Bahn den Schienenersatzverkehr mit bescheidenem Ergebnis geübt. Es gab verwirrte Busfahrer, schlecht informiertes Service-Personal und noch mehr gefrustete Fahrgäste. "Das darf nicht noch einmal passieren", mahnt Andreas Mucke bei der Pressekonferenz im Rathaus. "Wir sind auf jeden Kritikpunkt eingegangen", verspricht Werner Lübberink als DB-Konzernbevollmächtigter für NRW, und Martin Husmann, Vorstandssprecher des Verkehrsbund Rhein Ruhr (VRR) sagt, man sei nun bereit, mehr zu investieren. 

Die zusätzlichen Betriebsleistungen bestellt der VRR: "Wir weiten das Budget um 5,8 Millionen Euro zusätzlich aus", sagt Husmann. Insgesamt sind in den Sommerferien für den Schienenersatzverkehr rund 90 Niederflur-Gelenkbusse mit 230 Fahrern im Einsatz. Rund 30.000 Fahrten mit einer Gesamtleistung von über einer Million Kilometern ersetzen zwischen Oberbarmen, Wuppertal-Hauptbahnhof (Hbf), Solingen Hbf, Velbert-Langenberg und Düsseldorf Hbf in dieser Zeit den Zugverkehr. 

Stündlich gibt es bis zu 20 Abfahrten mit mehr als 50 Bussen vom Wuppertaler Hbf. Zwischen Oberbarmen und Vohwinkel verkehren Busse im 10-Minuten-Takt, zwischen Wuppertal und Düsseldorf gibt es tagsüber pro Stunde und Richtung acht Schnellbusfahrten. Zwischen Oberbarmen und Solingen Hbf fahren pro Stunde und Richtung zwei Busse zu allen fahrplankonformen Haltestellen – und ein Schnellbus ohne Halt. Außerdem fährt einmal pro Stunde und Richtung ein Schnellbus zwischen Wuppertal Hbf und Solingen Hbf mit Halt am Sonnborner Ufer. 

Weitere Busverbindungen bestehen zwischen Oberbarmen und Düsseldorf-Gerresheim und zwischen Oberbarmen und Velbert-Langenberg. Beide Linien verkehren im gewohnten Zugtakt (20- beziehungsweise 30 Minuten).
OB Mucke bilanziert: "Das ist ein Ersatzverkehr, der seinen Namen verdient."