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Cars of Hope
"Die Not der Menschen geht vor"

Cars of Hope: "Die Not der Menschen geht vor"
Ein Cars of Hope Helfer beim Bau einer Unterkunft. FOTO: Cars of Hope
Wuppertal. Nächste Woche wird sich die Wuppertaler Hilfsorganisation Cars of Hope in diesem Jahr zum dritten Mal auf den Weg nach Velika Kladuša in Bosnien machen. Im Mai und Juni 2018 waren sie bereits dort und haben Geflüchtete vor Ort unterstützt.

Im Juni haben Helfer von Cars of Hope Notunterkünfte für etwa 120 Geflüchtete gebaut. Auch beim dritten Einsatz arbeiten die Wuppertaler zusammen mit einheimischen Helfern vom "Team SOS Kladuša".

René Schuijlenburg, Vorsitzender von "Hopetal": "Als wir das erste Mal in Velika Kladuša ankamen, wurde klar, dass hier vornehmlich nur selbstorganisierte Menschen vor Ort aktiv waren. Mit nur wenigen Beteiligten organisierten wir Hilfe für über 1.000 Menschen. Beim zweiten Aufenthalt in Bosnien waren es sogar rund .1400 Menschen. Von den NGO's hat ,Ärzte ohne Grenzen" unsere Arbeit zunächst unterstützt, mittlerweile sind sie selbst vor Ort."

Neben dem Bau von Notunterkünften für Menschen, die sonst hätten draußen schlafen müssen, kauften die "Cars of Hope"-Aktivisten jede Menge Schuhe ein und verteilten sie an Geflüchtete. Schuijlenburg: "Weil Bosnien kein Mitglied der EU ist, macht es wenig Sinn, Sachspenden mitzubringen. Alles muss verzollt werden, auch gebrauchte Sachen. Schuhe sind relativ billig in Bosnien und am Ende ist es dann günstiger, sie vor Ort zu kaufen. Außerdem können wir so genau fragen, welche Mengen und Größen benötigt werden und diese dann gezielt einkaufen."

Durch die Arbeit in Bosnien verzögert sich die Eröffnung des neuen Vereinslokales. "Die Not der Menschen geht vor. Wir haben uns jetzt zum Ziel gesetzt, unser Vereinslokal Anfang September offiziell zu eröffnen."

Cars of Hope protestiert auch gegen die Kriminalisierung von Seenotrettern und die EU-Grenzpolitik. "Dass mittlerweile auch Menschen, die Leben retten wollen, kriminalisiert werden, ist ein Skandal. Das an die Kette Legen von Rettungsschiffen kostet Menschenleben. Als direkte Folge dieser EU-Politik war der Monat Juni der tödlichste dieses Jahres", sagt Schuijlenburg.

In Velika Kladuša werden die Cars of Hope Aktivisten diesen Monat vor allem Notunterkünfte bauen sowie Schuhe einkaufen und verteilen, ebenso die Nahrungsmittelversorgung unterstützen. Vicky Schuijlenburg: "Wir sind dankbar, dass wir durch so viele Menschen unterstützt werden. Die Spendenbereitschaft hat in den letzten Monaten sogar wieder zugenommen."

Cars of Hope freut sich über Spenden. Mehr Infos: https://cars-of-hope.org

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