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So etwas hat nicht jede Stadt
Der Erlebnis-Bahnhof

So etwas hat nicht jede Stadt: Der Erlebnis-Bahnhof
Infozettel an den Mülleimern, so sieht es am Hauptbahnhof aus. FOTO: Redaktion
Wuppertal. So einen Hauptbahnhof hat wirklich nicht jede Stadt. Denn weil Bahnsteige und Zugänge rund um das stumm wartende Bahnhofsgebäude "revitalisiert" werden, ergeben sich für die Fahrgäste miserable Begleitumstände.  Von Klaus Göntzsche

Das Reisezentrum im Wuppertaler Hauptbahnhof zieht erst 2019 aus dem Container in die neuen Räume. Die Mitarbeiter dort hat das kaum überrascht, sie hatten im Grunde damit gerechnet. Überraschend dagegen gibt es neben den Aufzügen zu den Gleisen 2/3 und 4/5 aus der Unterführung jetzt auch einen Aufzug, der eigentlich das Gleis 1 zum Ziel haben sollte. Aber seine Fahrt endet schon nach wenigen Sekunden auf Höhe der neuen Bahnhofsbuchhandlung. Menschen mit Behinderungen kommen durch einen flachen Aufgang problemlos dorthin. Weil die Bauarbeiten für das eigentliche Ziel am Gleis 1 aber andauern, ist der große Aufgang aus der Unterführung zum Gleis 1 auf der linken Seite mit Brettern verschlossen. Und deshalb führt der gesamte Publikumsverkehr über die ohnehin schmale Treppe auf der rechten Seite mit der Rolltreppe Richtung Südstadt – wenn sie denn funktioniert.

 Auf der Hälfte der Strecke mit dem Zugang zu Gleis 1 spielen sich täglich vor allem zu den Stoßzeiten regelrechte Kämpfe um die "freien Plätze" ab. Recht hat meist der Stärkere. Auf Gleis 1 wiederum erwartet den Gast der Bahn ein Irrgarten von Absperrungen. Man kommt durch, wenn man gut aufpasst. Ansonsten geht es "außen rum" – vorbei am neuen Busbahnhof, denn die Züge halten während der Bauarbeiten mehr als sonst in Richtung Wuppertal Institut. Ganz übel wird es, wenn wieder einmal die gefürchtete Änderung der Wagenreihung in letzter Sekunde oder gar nicht angesagt wird. 

Jetzt sind die Gleise gesperrt. FOTO: Redaktion

Das neue Parkhaus bietet hingegen für Feinde enger Räume wunderbaren Komfort – man kann sein Gefährt bequem abstellen. Der Kunde hat die freie Auswahl, denn es ist meist gähnend leer. Obwohl der Tagespreis von 12 Euro immer noch erheblich günstiger ist als zwei Taxifahrten für An- und Abfahrt. Bei der Ausfahrt allerdings sind schon wieder gute Nerven gefragt, denn sie ist steil und bei mehreren Fahrzeugen hintereinander ist ein Respektabstand nicht verkehrt ...

Im Eingangsbereich muss der Benutzer nicht mehr hungern. Vor allem die Freunde von Backwaren kommen bestens klar, denn drei Anbieter buhlen um die Gunst der Kundschaft. Es soll sogar noch ein vierter Laden dazukommen. Angekündigt hat die Bahn zudem die Anbringung neuer Anzeigetafeln. Denn die aktuell dort hängenden kannte man noch aus den Zeiten des alten Tunnels. 

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