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Elberfeld
Demo für menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen

Elberfeld: Demo für menschenwürdige Aufnahme von Flüchtlingen
Viele Menschen kamen auf den Neumarkt. FOTO: Dirk Lotze
Wuppertal. Bei einem Umzug und Kundgebungen in der Elberfelder City haben am Samstag (28. Juli 2018) rund 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines breiten Bündnisses für die Bewegung "Seebrücke" demonstriert. Von Dirk Lotze

Sie forderten eine menschenwürdige Aufnahme von Geflüchteten, sichere Häfen in der Europäischen Union und die sofortige Freigabe der Rettungsschiffe auf Malta. Mehrere Männer zeigten mit beschrifteten Westen, dass sie aus dem Mittelmeer Gerettete sind. Für die Hilfsorganisation "Sea-Eye Rescue" beschrieb ein Redner die Situation der festgesetzten Rettungsschiffe dort.

SPD-Bundestagsmitglied Helge Lindh erklärte in einem Beitrag: "Nicht die Seenotrettung ist der Skandal, sondern dass es diese Fluchtursachen gibt." Andere Sprecher gingen auf die Lage entlang weiterer Fluchtrouten ein. "In Bosnien nehmen Sicherheitskräfte den geflüchteten Menschen Geld und Handys weg, schlagen mit Knüppeln und brechen Knöchel und Beine", sagte Vicky Schuijlenburg von der Wuppertaler Hilfsorganisation "Cars of Hope".

Die Organisatoren zogen ein positives Fazit. "Wir haben heute eine Menge Wuppertalerinnen und Wuppertaler gesehen, denen es nicht egal ist, was an den Grenzen Europas passiert. Dass mitten in der Urlaubszeit und nach nur einer Woche Mobilisierung so viele da waren, um ein Zeichen für ein Europa der Menschenrechte zu setzen, das hat uns sehr motiviert, wir machen weiter! Direkt am kommenden Samstag um 14 Uhr in Solingen und auch für Wuppertal sind weitere Aktionen geplant", sagte Regine Blazevic von der Initiative "Seebrücke Wuppertal".

Oberbürgermeister Andreas Mucke wurde unterdessen im Internet kritisiert, weil er an der Versammlung vorbeigeeilt sei, als sich diese in der Fußgängerzone Alte Freiheit gesammelt habe. Derzeit fordern Verbände und Einzelpersonen von der Stadt, die Aufnahme weiterer geflüchteter Menschen anzubieten - wie Köln, Düsseldorf und Bonn das am Donnerstag taten.

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