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Zukunft der GWG
"Das werden wir schaffen können"

Zukunft der GWG: "Das werden wir schaffen können"
Hat noch viel vor der Brust: GWG-Geschäftsführer Oliver Zier. FOTO: GWG
Wuppertal. Die Rettungsstrategie für die überschuldete GWG geht am 25. September zur Entscheidung in den Stadtrat. Von Stefan Seitz

Das ist der Plan: 20 Immobilien werden verkauft, es gibt Personalabbau – und eine millionenschwere Geldspritze von der Stadt. Entscheiden müssen die Kommunalpolitiker über den so genannten "Kombinierten Ansatz", den die Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers, die Stadt und die GWG gemeinsam erarbeitet hatten.

Das Wohnungsbauunternehmen muss 20 von seinen 750 Gebäuden sowie ein Grundstück verkaufen. Nicht allerdings in gewachsenen, GWG-geprägten Bezirken, sondern aus dem "Streubesitz". Außerdem wird der 80-Mitarbeiter-Stamm um etwa fünf Stellen reduziert. Sozialverträglich und mit der Möglichkeit für die Betroffenen, beispielsweise zur Stadt zu wechseln – so GWG-Chef Oliver Zier.

Ob die GWG die von der Stadt geforderten Schrumpfungsmaßnahmen umsetzt, soll durch quartalsmäßiges Controlling sowie einen jährlichen Bericht geprüft werden. Finanziell legt sich die Stadt als Hauptgesellschafter (fünf Prozent der GWG gehören der Sparkasse) schwer ins Zeug: Ein 20-Millionen-Kredit wird in GWG-Eigenkapital umgewandelt, eine Zwei-Millionen-Gewerbe-Immobilie der Stadt-Tochter DVV auf Lichtscheid geht an die GWG, für das soziale Management, das die GWG in vielen ihrer Häuser anbietet, bezahlt ihr die Stadt in Zukunft 1,2 Millionen Euro pro Jahr – außerdem gibt es eine satte Stadt-Einlage von 32 Millionen.

Die Eigenkapitalquote, die Auskunft über Bonität und Balance eines Unternehmens gibt, dümpelt bei der GWG zurzeit bei nur etwa 5,5 Prozent: Sie würde sich durch das Maßnahmenbündel auf rund 22,8 Prozent erhöhen. Für Kämmerer Slawig bedeutet das zwei Millionen Euro pro Jahr an zusätzlicher Haushaltsbelastung. Er sagte am Montag: "Das ist schwierig, aber das werden wir schaffen können. Mehr ist allerdings nicht drin."

Das gesamte Paket brächte (wenn ihm der Rat zustimmt) jedes Jahr eine finanzielle Verbesserung von 3,6 Millionen Euro auf der GWG-Seite. Nach fünf Jahren, so Slawig, müsse dann ein Zwischenfazit zum Zustand des Unternehmens gezogen werden. Oberbürgermeister Andreas Mucke ergänzte: "Wenn die GWG wieder alleine laufen kann, dann muss sie auch alleine laufen."

Hat noch viel vor der Brust: GWG-Geschäftsführer Oliver Zier.