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Neues Abenteuer des Wuppertalers Ralph Burchardt (2)
Das Knie hält

Neues Abenteuer des Wuppertalers Ralph Burchardt (2): Das Knie hält
Die Gruppe lässt sich von Victor (ganz li.) zum Startpunkt bringen. Weiter von links: Ralph, Julia, Klaus und Gerhard. FOTO: Ralph Burchardt
Wuppertal. Im vergangenen Jahr pilgerte der Wuppertaler Ralph Burchardt über den Jakobsweg (wir berichteten). Nun steht er vor einem neuen Abenteuer – es führt ihn nach Israel und in die Wüste. Teil 2 des Reiseberichts.

5. Februar 2017
Abschiednehmen von Jerusalem. Ich habe ein Auto gemietet. Am Morgen noch schnell die Knesset besichtigt. Führung in deutscher Sprache, sehr informativ. Mit dem Wagen zum Flughafen "Ben Gurion" und meinen Mitwanderer Klaus eingesammelt. Dann machen wir uns auf dem Weg zu unserem Startpunkt. Auf dem Weg noch Yanir, unseren Wasserversorger besucht. Da haben wir noch die letzten Einzelheiten besprochen. Es wurde dann doch später und wir haben in Mitzpe Ramon einen Zwischenstopp eingelegt und übernachtet.

6. Februar 2017
Jetzt aber auf nach Eilat. Nach gut 2 Stunden haben wir Eilat erreicht. Quartier aufgesucht. Unsere Mitwanderer Julia und Gerhard sind auch schon eingetroffen, jedoch schon wieder in der Stadt. Auch wir müssen nochmals los. Einige organisatorische Dinge müssen noch besorgt werden. Telefonkarte, Gas fürs Kochen und andere Kleinigkeiten. Morgen geht es ja los. Im Quartier sind wir dann endlich zusammen gekommen. Auf den ersten Eindruck alle sehr sympathisch. Gemeinsames Abendessen und ab ins Bett. Morgen soll es ja früh losgehen.

7. Februar 2017
Der Start von Meeresspiegel 0 geht mit steilem Start direkt auf 600 Meter. Schwerer, sehr anstrengender Weg mit fantastischer Aussicht in die Negevwüste. Ganz nah an der ägyptischen Grenze verläuft der Weg immer weiter nach oben. Ein letzter Blick zurück auf das Rote Meer, der Golf von Aqaba. Aber jetzt der Blick nach vorne und zack! Da lag ich schon. Ein deftiger Sturz auf das Knie. Aufrappeln, weiter geht's. Wird schon nicht so schlimm sein. Geht ja jetzt einige Zeit leicht abwärts. Doch wir müssen nochmals 600 m hoch. Das würde höllisch für das Knie. Mit letzter Kraft wurde dann doch das Etappenziel erreicht. Nur 14 km in 11 Stunden. Zeltlager errichtet, Abendessen. Nicht für mich. Das Knie, die Hand, der Magen, der Darm. Alles in Aufruhr. Das kann ja heiter werden.

Mein Nachtlager! Wird es morgen weiter gehen? FOTO: Ralph Burchardt

8. Februar 2017
Völlig zerschlagen aufgewacht. So kann es nicht weitergehen. Ich muss pausieren und die Verletzungen kontrollieren lassen. Das Night Camp lag zum Glück in der Nähe der Straße zurück nach Eilat. Die Anderen aus der Gruppe machen sich auf den Weg weiter, ich zurück nach Eilat. Kaum stehe ich mit Rucksack an der Straße, habe ich auch schon eine Mitfahrgelegenheit. Mein Fahrer ist so verständnisvoll und bringt mich direkt zu einem Arzt. Das Knie hat am Meisten abbekommen. Großer Bluterguss unter der Kniescheibe, die Hand leicht verstaucht, der Rest .... wird schon. Ob ich weiterlaufen kann? 2 Tage Zwangspause auf jeden Fall, dann muss ich testen. So verbringe ich 2 Tage meist liegend in einem kleinen Hotel in Eilat und versuche alles auszukurieren und zu beruhigen.

10. Februar 2017
Ich fahre meiner Gruppe mit dem Bus hinterher. Ziel ist der Timna Park, ein Naturschutzgebiet. Durch diesen läuft  der Israel National Trail, also der Weg meiner Mitwanderer. Von der Busstation bis zum zentralen Platz sind es 12 km. Einfacher Weg ohne starke Steigung. Mal sehen ob das Knie mit macht.  Nach 3 Stunden habe ich meine Gruppe wieder. Das Knie hat gehalten.