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Tanzhaus
„Das ist ein Unding“

Tanzhaus: „Das ist ein Unding“
Kristof Stößel und Kristopher Zech begeben sich gemeinsam auf die Suche nach einem neuen Standort. FOTO: Raina Seinsche
Wuppertal. Seit Jahren sind Tanzschule und Theater im "Tanzhaus" feste Größen in Wuppertals Kulturleben. Doch Macher Kristopher Zech und Kristof Stößel fühlen sich im Haus der IG Metall nicht mehr wohl – auch weil sich ihre Gäste im Umfeld des Unterbarmer Bahnhofs fürchten. Von Sabina Bartholomä

Die Zeichen für einen Umzug stehen so schlecht nicht, denn der Mietvertrag läuft im Februar 2018 aus. "Bisher hat sich der Vermieter, die Treuhandgesellschaft der IG Metall mit Sitz in Frankfurt nicht geäußert, wie es weitergehen kann", sagt Kristopher Zech, der utopische Mietpreisvorstellungen, besonders bei den Nebenkosten beklagt.

Zwar sei man ihnen in Sachen Brandschutz entgegengekommen, "wohl aber auch", wie er meint, "weil die IG Metall die Räumlichkeiten ebenfalls für Veranstaltungen nutzt". Zech, der neben seinen Tanz- und Ballettangeboten dort auch die international erfolgreiche Musical- und Dance Company angesiedelt hat, moniert aber auch andere Rahmenbedingungen: "Es ist einfach ein Unding, dass nach Dienstschluss der IG Metall nur noch das Licht in unseren eigenen Räumen angemacht werden kann. Nach Ende der Vorstellung stehen die Besucher schon im Flur im Dunkeln. Und wer die Elberfelder Straße nicht kennt, findet uns erst gar nicht." 

Dazu kommt ein weiteres Manko: "Der Unterbarmer Bahnhof hat sich immer mehr zu einem echten Angstraum entwickelt", meint Kristof Stößel, der seit 2013 das "Theater im Tanzhaus" leitet. Auch wenn das Bahnhofsgebäude verkauft wurde, wisse man immer noch nicht, was daraus werde. "Viele Besucher schließen sich zu Fahrgemeinschaften zusammen oder fahren mit dem Taxi nach Barmen oder Elberfeld zum Bahnhof, um das unheimliche Gemäuer nicht betreten zu müssen. Eltern bringen aus diesem Grund ihre Kinder mittlerweile zu den Tanzkursen – und holen sie dann wieder ab...", hat Stößel festgestellt.

Die beiden Kulturmacher sehen dennoch zuversichtlich in die Zukunft. Die Unternehmen haben sich auch wirtschaftlich gut entwickelt, man wird bei den Banken als ernstzunehmende Gesprächspartner eingestuft. "Daher wollen wir jetzt eine Immobilie in Wuppertal kaufen", lässt Kristopher Zech die Katze aus dem Sack. Eine zentrale Lage mit Parkplätzen und Anbindung an den ÖPNV wäre von Vorteil. Rund 600 bis 800 Quadratmeter sollte sie außerdem haben und nicht zu hohe Renovierungskosten erfordern.