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Feuerwehr
"COBRA“ übernimmt Alarm

Feuerwehr: "COBRA“ übernimmt Alarm
"COBRA" soll sorgt insgesamt für effizientere Einsätze sorgen. FOTO: Polizei
Wuppertal. Nicht mehr umsonst nachts raus: Neues Softwaremodul in der Leitstelle entlastet die (Freiwilligen) Feuerwehren und sorgt insgesamt für effizientere Einsätze. Von Manfred Bube

Eines ist Ariane Müller in ihrer Zeit beim Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Uellendahl stets unangenehm aufgestoßen: Selbst bei "Kleinen Schadenslagen" wie "Person hinter verschlossener Tür" oder "brennender Papierkorb" mit den Kollegen der Berufsfeuerwehr ausrücken zu müssen, um dann vor Ort festzustellen, dass die Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr nicht (mehr) gebraucht werden. Keine Seltenheit, sagt Oberbrandmeister Dominik Stiens vom Löschzug Dönberg und schätzt, dass etwa ein Drittel der Alarmierungen so ausgehen. Und das ist nicht gerade motivierend für die in Wuppertal an 16 Standorten sowie mit dem Umweltschutzzug vertretenen aktiven Ehrenamtler, die rund um die Uhr quasi alles stehen und liegen lassen, um helfen und retten zu können. 

Steht laut Müller schon länger die Forderung im Raum, nach Möglichkeit nur eine von beiden Wehren zu aktivieren, bringt jetzt "COBRA" eine Verbesserung der Situation. Wie das von der Aachener Firma ISE entwickelte Softwaremodul, das seit drei Wochen in der Einsatzleitstelle bei der Berufsfeuerwehr im Einsatz ist, funktioniert, erklärt Andreas Steinhard, Pressesprecher der Berufsfeuerwehr: "Aus den vorgegebenen Ausrückzeiten errechnet COBRA unter Berücksichtigung der aktuellen Verkehrssituation sofort, ob ein Löschzug der Berufsfeuerwehr oder der Freiwilligen am schnellsten vor Ort sein kann. Parallel dazu entscheidet das Programm anhand eingegebener Stichwörter, ob eine Doppel-Alarmierung gefordert ist oder nicht." 

Er nennt ein Beispiel: "Brennt an der Bushaltestelle Morianstraße ein Papierkorb, rückt die Berufsfeuerwehr aus, und es wird keine Freiwillige Feuerwehr geordert. Ist ein solche 'kleine Schadenslage' in den Außenbezirken gegeben, übernimmt die Freiwillige Feuerwehr, und die Berufsfeuerwehr bleibt außen vor. Liegt, egal wo, ein Zimmerbrand vor, rücken, wie in der Vergangenheit, beide aus."
 Somit steigert COBRA die Effizienz der Einsatzkräfte und optimiert den personellen und technischen Aufwand. "Auch wenn COBRA noch in der Testphase läuft, lässt sich schon absehen, dass vor allem tagsüber, wo die Ausrückzeit für die Freiwilligen anstrengender ist als nachts, Entlastung gegeben ist. Das ist auch gut so, denn die Teams der Freiwilligen Wehr sind im Verbund mit der Berufsfeuerwehr ein unverzichtbarer Bestandteil für die Sicherheit in Wuppertal und eine Ressource, die überlegt und sinnvoll eingesetzt werden sollte", so Steinhard.