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Sparpläne bei Bayer
Betriebsrat äußert sich zu geplanten Kündigungen

Sparpläne bei Bayer: Betriebsrat äußert sich zu geplanten Kündigungen
Michael Schmidt-Kießling und Sabine Schaab vom Betriebsrat. FOTO: Betriebsrat Bayer
Wuppertal. Am Freitag (30. November 2018) hat sich auch der Wuppertaler Betriebsrat von Bayer zu den Sparplänen des Konzerns geäußert. In einer Pressemitteilung sprechen Michael Schmidt-Kießling und Sabine Schaab von Sparmaßnahmen am Vorzeigeprojekt. Auch die Forschung würde in Wuppertal beschnitten werden. Für den Betriebsrat seien die personellen Auswirkungen noch nicht klar und nicht nachvollziehbar.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

"Vorstand und Aufsichtsrat der Bayer AG haben am 29.11.2018 mehrere Entscheidungen gefasst, die einen nicht unerheblichen Personalabbau in den kommenden Jahren bedeuten.  Weltweit will der Konzern über 12000 Arbeitsplätze abbauen, für Deutschland sind Verringerungen der Personaldecke in nicht unerheblichem Ausmaß bis 2026 angekündigt.

Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat haben mit dem Vorstand in einer gemeinsamen Erklärung eine Verlängerung der Zusage zum Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen für die deutschen Standorte bis zum 30.12.2025 vereinbart. Zusätzlich wurden Bestandsgarantien für die heutigen Standorte und Investitionen abgesprochen.

Am Standort Wuppertal mit derzeit ca. 3450 Beschäftigten soll der im Aufbau befindliche neue Produktionsbetrieb für Faktor 8-Produkte noch vor der Produktionsaufnahme eingemottet werden. Der Betrieb ist DAS Vorzeigeobjekt für den Standort Wuppertal: Nirgendwo in Deutschland ist eine vergleichbare, hochmoderne biotechnologische Anlage verfügbar. Bayer hat sich entschieden, Faktor 8-Produkte nur im Standort Berkely (USA) in der bestehenden Altanlage zu produzieren. Allein in diesem Biotechnologiebereich fallen über 350 hochspezialisierte Arbeitsplätze bereits in 2019 weg.

Ebenfalls drastisch erlebt der Forschungs- und Entwicklungsbereich in den kommenden Jahren eine Personalreduzierung. Die Forschung in Wuppertal und Berlin soll nicht unerheblich eingekürzt werden, Teile werden in die USA verlagert.

Für den Betriebsrat sind die personellen Auswirkungen noch nicht klar und nicht nachvollziehbar. Der Betriebsrat wird alle Möglichkeiten zur Versorgung der betroffenen Kolleginnen und Kollegen nutzen und beschäftigungssichernde Maßnahmen zügig mit dem Unternehmen beraten.
Die Betriebsräte verurteilen die irreversible Vernichtung von KnowHow und hoch-innovativen Arbeitsplätzen. Wir halten eine derartige Einkürzung für den ungeeignetsten Weg eines "Forschungsunternehmens", zu besseren Ergebnissen zu kommen.

Die Belegschaften werden am 3.12.2018, ab 14:00 Uhr, vom Vorstandvorsitzenden per Videobotschaft informiert. In Wuppertal wird hierzu eine Versammlung in der Bayer-Sporthalle Rutenbeck stattfinden (Ende ca. 16:30 Uhr).

Die Beschäftigten werden am 3.12.2018 mit einem Demonstrationszug zur Halle ziehen. Start des Demozuges wird ca. 12:30 Uhr vor dem Bayer-Betriebsrestaurant (Friedrich-Ebert-Straße) bzw. Var-resbecker Str. 63 in Höhe Autobahnbrücke sein.

Trotz der beunruhigenden Nachricht von Arbeitsplatzabbau hoffen wir, dass das Unternehmen mit Besonnenheit und Fairness gemeinsam mit dem Betriebsrat an guten und zügigen Lösungen für alle Betroffenen arbeitet."

Die Rundschau-Radrunde