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Helios-Klinikum
80-jähriger Patient im Taxi ausgerückt

Helios-Klinikum: 80-jähriger Patient im Taxi ausgerückt
„Das liegt im Ermessen des Fahrers“, sagt Vorsitzender der Taxi-Zentrale Nico Höttges. FOTO: Peter Fichte
Wuppertal. Im blutverschmierten T-Shirt, ohne Zähne, dafür mit Rollator samt angeschlossener Urinflasche begab sich ein offensichtlich leicht verwirrter Patient vor dem Helios-Klinikum zum Taxistand. Dort brachte ihn ein Fahrer wie gefordert nach Ronsdorf. Die Tochter des Kranken ist entsetzt.  Von Hendrik Walder

"Zwei Stunden lang haben meine Mutter, ich und das Pflegepersonal im Krankenhaus meinen Vater gesucht", erregt sich Monika Lämmlein. Der 80-Jährige hatte sich in Schlafsachen mit der Infusionsnadel im Arm "selbst entlassen" und einen Taxifahrer gefunden, dem das Äußere seines Fahrgastes keinen Anlass zur Besorgnis gab. Er fuhr den Mann wie gewünscht nach Hause, wo ihn die Nachbarn mit Zahlung der Fuhre auslösten. Dort fand ihn die Tochter dann in dem beklagenswerten Zustand vor.

"Ich verstehe nicht, wie man einen offensichtlich verwirrten Menschen in Krankenhausmontur ohne Nachfrage transportieren kann. Hauptsache scheint zu sein, dass der Preis stimmt", macht Monika Lämmlein ihrem Ärger Luft.

Die Taxi-Zentrale ist in ihrer Bewertung des Vorgangs zurückhaltend. "Das liegt schon im Ermessen des Fahrers", erklärt deren Vorsitzender Nico Höttges, räumt aber ein, "je nachdem, wie der Kunde aussieht, in welcher Umfang er verwirrt scheint, würde ich wohl an der Pforte Rücksprache halten." Besonders nachts aber gäbe es mitunter von der Notaufnahme Kommende, die blutverschmiert transportiert werden wollten. 

Diese Aktion fand jedoch tagsüber statt und sie könnte sich jederzeit wiederholen. Denn, so eine Helios-Sprecherin, auch das Krankenhaus sieht keine Möglichkeit der Einflussnahme, wenn der Patient auf eigenen Wunsch die Klinik verlässt.