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Tierquälerei in Wuppertal
54 Hunde und drei Katzen sichergestellt

Tierquälerei in Wuppertal: 54 Hunde und drei Katzen sichergestellt
Symbolfoto eines vernachlässigten Hundes im Zwinger (nicht der Wuppertaler Fall). FOTO: PETA Deutschland e.V.
Wuppertal. Im Rahmen einer Tierschutzkontrolle durch das Bergische Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt (BVLA) wurden am Donnerstag (8. Februar 2018) insgesamt 54 Hunde und drei Katzen sichergestellt. Alle Tiere seien "unter unsagbar erbärmlichen Zuständen" gehalten worden, so die Begründung. Sie befanden sich in Wuppertal in zwei nebeneinander, auf demselben Grundstück befindlichen Unterkünften.

"Der Fall zeigt, wie wichtig die Arbeit des BVLA für einen aktiven Tierschutz ist", so Wuppertals zuständiger Dezernent Matthias Nocke. "Auch die interkommunale Zusammenarbeit hat gut funktioniert, denn sehr schnell konnten alle sichergestellten Tiere in verschiedenen Einrichtungen untergebracht werden."

Die beiden betroffenen Tierhalter waren offenbar als Pflegestelle für verschiedene Tierschutzorganisationen tätig. Alle Hunde sollen in den vergangenen Monaten aus dem Ausland (33 mazedonische Impfpässe wurden sichergestellt) durch verschiedene Organisationen und  "Tierschützer" eingeführt worden sein. Tollwutimpfungen sind in den Pässen dokumentiert. Sonstige erforderliche Einfuhrdokumente liegen dagegen nicht vor.

Unter anderem wurde durch das BVLA festgestellt: Die Innenbereiche der Gebäude und die Zwingerbereiche waren eklatant verkotet und mit Gegenständen zugestellt. Viele Hunde saßen in kleinen Transportboxen ohne Bewegungsspielraum. Viele Hunde waren offensichtlich erkrankt (Hauterkrankungen, verschiedene parasitäre Erkrankungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates, systemische Erkrankungen, Tumorerkrankungen, neurologische Erkrankungen etc.). Alle Hunde schienen jedoch gut genährt. Wasser war nur in schmutziger Form vorhanden.

"Erschwerend kamen die Weitläufigkeit des Geländes und der zugemüllte Zustand hinzu", hieß es. "Erst um 18.30 Uhr wurden durch das BVLA in einem Keller noch drei weitere Hunde, die die Tierhalterin nicht angegeben hatte, entdeckt, da der Kellerzugang zugestellt war. Die Feststellungen wurden mittels Lichtbilder dokumentiert. Zudem wurden Videos gedreht."

Der Vorgang wurde an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Geplant ist, ein Tierhalte- und Betreuungsverbot für beide Halter auszusprechen. Alle Tiere wurden zur Vermittlung frei gegeben. Bis zur Vermittlungsfähigkeit entstehen hohe Kosten.