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Wird nur Verlierer geben

Betr.: "Aus für das Hardtprojekt", Rundschau vom 24. Januar

Anfang der Woche hing ein Plakat an der Hütte der GESA-Mitarbeiter: Das Projekt "LeNa" soll ab Mittwoch nach 22 Jahren beendet werden. Das Plakat mussten die Mitarbeiter nach der Veröffentlichung des Rundschau-Artikels abnehmen. Ich war erschrocken, wie man sich loyalen Mitarbeitern gegenüber so benehmen kann. Sie hatten lediglich versucht, auf ihre Probleme aufmerksam zu machen.

Einer der Mitarbeiter sagte zu mir, dass er sehr traurig sei. Er arbeite schon mehrere Jahre hier und hätte keine Perspektive, einen anderen Job zu finden. Dies gilt wohl für etwa die Hälfte der Mitarbeiter, die ich als Stammpersonal bezeichnen würde. Sie reinigen Wiesen und Wege, kratzen Unkraut und Moos von den Wegrändern und Treppen und säubern verkrautete Beetumrandungen. Besonders an warmen Nachmittagen und Wochenenden genießen Wuppertaler aller Altersgruppen und Schichten die sauberen Wiesen und den gepflegten Park, den Spielplatz, den Botanischen Garten. Die Kinder können barfuß über die Wiesen laufen oder sich die Hänge herunter rollen.

Ohne die Arbeit der GESA-Mitarbeiter ist das alles nicht möglich. Besonders im Sommer sind die Wiesen jeden Morgen mit Müll und Glasscherben "geschmückt".

Ich bezweifele, dass die Verantwortlichen hier zukunftsorientiert gedacht haben. Es wird keine preiswertere Möglichkeit geben, die Hardt sauber zu halten. Durch die Beendigung des Projekts gewinnt niemand, letztendlich wird es nur Verlierer geben.

Anja Freitag, Kolmarer Straße

(Rundschau Verlagsgesellschaft)
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