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Warum alles regeln?

Betr.: Baumschutzsatzung

Der Schrei nach einer neuen Baumschutzsatzung kommt doch wohl in erster Linie von Bürgerinnen, die noch nie einen Baum gepflanzt beziehungsweise gepflegt haben – und zielt auf Privatbesitzer.

Soweit es sich hierbei um öffentlichen Baumbestand handelt, unterliegt die Überprüfung der Stadt. Wobei davon ausgegangen werden kann, die Stadt fällt keine Bäume, die sie nicht, aus welchen Gründen auch immer, fällen muss.

Nimmt diese Forderung jedoch auch Bezug auf privaten Grundstücksbesitz, dann frage ich, mit welcher Berechtigung eigentlich? Die Konsequenz wäre doch, jeder Grundstücksbesitzer überlegt sich künftig dreimal, ob er unter diesen Gegebenheiten überhaupt noch einen Baum pflanzt. Aber soweit reicht der Horizont der nach einer Baumschutzsatzung Schreienden wohl nicht.

Eine neue Baumschutzsatzung macht also wenig Sinn, ist überflüssig und vergrault unnötig private Grundstücksbesitzer. Warum muss in Deutschland eigentlich alles, und sei es noch so simpel, gesetzlich geregelt werden?

Rudolf Schmidt

(Rundschau Verlagsgesellschaft)
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