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Reißerische Halbwahrheiten

Betr.: Kritik an der Elefanten-Haltung im Zoo

Wir finden es wirklich schade, wenn sich eine so große Tierrechtsorganisation, wie es PETA ist, durch eindeutige "Fake-News" blamiert. Dass es den Wuppertaler Elefanten gut geht und dass sie ein liebevolles Pflegepersonal haben, weiß hier jedes Schulkind.

Misshandeln mit dem Elefantenhaken? Jeder, der sich mit Elefanten befasst, weiß, dass die Tiere Körperstellen haben, ähnlich den erogenen Zonen der Menschen, welche schon auf sanfte Berührung reagieren. Der Elefant merkt sofort: "Da will wer was von mir". Die PETA-Video-Veröffentlichung zeigt nur diese Berührung. Der zugeordnete Begleittext entspricht offensichtlich dem Wunschdenken etwas "Tolles" zu publizieren. Nebenbei: Alle Elefanten, auch "Tusker", folgen auf Zuruf und Belohnung.

Was die Reiterin betrifft: Wir besuchen den Zoo sehr oft und haben in den vielen Jahren noch keine fremde Reiterin gesehen. Es muss, wenn überhaupt sehr selten oder sehr lange her sein.

PETA behauptet, die Tiere würden kommerziell missbraucht. Weiß PETA, was eine artgerecht Tierhaltung kostet? Ein Elefant frisst bis zu 200 Kilogramm am Tag. Der Zoo freut sich über Spenden – ebenso wie PETA.

Bezahlte Führungen, von Ehrenamtlern durchgeführt, sind willkommen, und gelegentlich erfolgen dabei Besuche im Elefantenhaus.

PETA hat schon mit einer Kampagne gegen die Haltung des Schimpansen "Epulu" daneben gelegen. Es wäre an der Zeit, sich vor großen Aktionen mit den "Wirklichwissenden" in Verbindung zu setzen, als Halbwahrheiten reißerisch zu verbreiten.

Es gibt wirklich ernste Tierprobleme. Da wäre zum Beispiel die Kastration von Jungschweinen ohne Betäubung oder mancher Schlachthof. Kurzum Felder, wo PETA echt helfen sollte – nicht aber gut gepflegte Elefanten als "schlecht behandelt" darzustellen.

Inge und Robert Kotva

(Rundschau Verlagsgesellschaft)
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