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Darf keine Toleranz finden

Betr.: Antisemitismus, Rundschau-Interview vom 2. Mai und Leserbrief vom 12. Mai

Dass sich Deutschland 73 Jahre nach Kriegsende in Frieden wähnt, ist das Verdienst all jener Politiker und der drei westlichen Siegermächte, USA, England und Frankreich, die auch heute noch den nationalsozialistischen Völkermord vor Augen haben, dem mehr als sechs Millionen Juden in Vernichtungslagern bestialisch zum Opfer fielen.

Am 23. Mai 1949 wurde auf Betreiben der Siegermächte das Grundgesetz der Bundesrepublik verkündet. In Artikel 3 steht dort unter anderem unmissverständlich: "Niemand darf wegen seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden."

Wer im Wissen dieser Sach- und Rechtslage dennoch antisemitische Stimmungsmache betreibt, hat offensichtlich nichts aus der Vergangenheit gelernt. Allerdings sollte dem Personenkreis, der sich egal aus welchen Gründen, in Unkenntnis dieser Rechtslage befindet und Fremdenhass in unserem Land verbreitet, in aller Deutlichkeit klar gemacht werden, dass dieses unwürdige, menschenverachtende Verhalten in Deutschland keine Toleranz findet.

Es kann und darf doch nicht sein, dass der Hass gegen Juden auflebt!

Berthold Gottschalk, Im Johannistal

(Rundschau Verlagsgesellschaft)
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