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Botschafter für die Stadt

Betr.: "Nur für wenige von Bedeutung", Leserbrief zu Pina Bausch

Kleines Klientel? Alles was Pina Bausch und das Tanz-Ensemble darstellt und vorführt, ist einmal um den Erdball bekannt. 2011 wurde der Wim-Wenders-Film sogar für einen Oscar nominiert. Ein wunderschönes Portrait, nicht nur über Pina Bausch, sondern auch über unsere Stadt, wie eng dies miteinander verbunden ist.

Wer sich auf die Tanz-Vorführungen einlässt, wird tief berührt, findet Szenen, die ein Stück von sich selbst sind. Einlassen heißt, unvoreingenommen Tanz nicht prinzipiell als "Rumgehüpfe" zu betrachten. Sonst sind Gemälde "Rumgekleckse", Musik "Gejaule und Gegröle".

Unsere Stadt hat Probleme damit, dass wir in den Medien immer nur mit Missgeschick und Katastrophen öffentlich gemacht werden. Das Pina-Bausch-Tanztheater ist ein kultureller Botschafter einmal rund um die Erde. Ein Pina-Bausch-Zentrum festigt dies, brächte noch mehr Zuschauer, die dann auch unsere Stadt besuchen. Es erklärt, was Pina Bausch bedeutet. Dort kann den Leuten Musik und Tanz nahe gebracht werden. Menschen, die Musik, Tanz, Kultur verstehen, empfinden können, sind kreativ. Und nicht zu vergessen, Tanz ist so alt wie die Menschheit, wird heute auch in der Pädagogik und als Therapie genutzt. Es als "Rumgehüpfe" zu bezeichnen, ist zu simpel.

Und das Engelshaus mit den vielen chinesischen Besuchern ist ein gutes Beispiel, wie eine Institution Botschafter für die Stadt sein kann.

Marianne Backhaus

(Rundschau Verlagsgesellschaft)
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