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Sechs Fragen an ...
Jörg Degenkolb-Degerli

Sechs Fragen an ...: Jörg Degenkolb-Degerli
Der Wuppertaler Autor, Bühnenliterat, Journalist Jörg Degenkolb-Degerli. FOTO: Michael Kenda
Wuppertal. "#SchönLügen" war das Motto der vierten Wuppertaler Literatur Biennale. 33 Veranstaltungen haben in zwei Wochen unter anderem Bodo Kirchhoff, Irene Dische, Linda Boström Knausgård, John von Düffel, Jan Wagner, Sten Nadolny, Volker Kutscher und Wolf Biermann ins Tal geführt. Der Autor, Journalist und Bühnenliterat Jörg Degenkolb-Degerli hat das Festival begleitet und zieht ein ehrliches Fazit.

Rundschau: Wie viele Veranstaltungen haben Sie gesehen?

Degenkolb-Degerli: Zwölf.

Rundschau: Was hat Sie am meisten beeindruckt, belustigt, geärgert, erstaunt?

Degenkolb-Degerli: Gleichermaßen beeindruckt wie auch belustigt: Die österreichische Experimentallesung im Rahmen der "Karussell"-Präsentation. Geärgert: Das meiste andere bei dieser Veranstaltung. Erstaunt: Die Selbstwahrnehmung vieler.

Rundschau: Wer hat am besten gelogen?

Degenkolb-Degerli: Ganz klar: Hank Zerbolesch und ich.

Rundschau: Wo war das beste Publikum?

Degenkolb-Degerli: Bei Lydia Mann in der CityKirche. Ich hatte das Gefühl, ihr aktueller Roman "Das bekleidete Abendmahl" ist für die Menschen eine Art Bibel. Wahnsinn.

Rundschau: Werden jetzt viel mehr Bücher in Wuppertal verkauft und gelesen oder nur besser gelogen?

Degenkolb-Degerli: Ich wünsche dem Buchhandel alles Gute, rechne aber eher nicht mit Eskalation.

Rundschau: Was haben Sie übers Lügen gelernt?

Degenkolb-Degerli: Nichts Neues. Ich bin nur einmal mehr bestätigt worden.