| 10.26 Uhr

Theaterpremiere
Einfach zum Dahinschmelzen

Theaterpremiere: Einfach zum Dahinschmelzen
Ein Märchen wird wahr: Dafür sorgen auch die Kostüme und schrillen Frisuren (von links: Philippine Pachl, Julia Wolff und Miko Greza). FOTO: Uwe Schinkel/Wuppertaler Bühnen
Wuppertal. Ein Märchenfilm-Klassiker kommt auf die Bühne: Passend zur Weihnachtszeit zeigt das Schauspiel "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" – mal auf der großen Opernbühne, mal im Theater am Engelsgarten. Prädikat: unbedingt sehenswert! Von Jeanette Nicole Wölling

Der Fernsehfilm "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" mit der Musik von Karel Svoboda gehört zu den Klassikern der Weihnachtsfilme. Im Theater am Engelsgarten kommt das Bühnenstück (Regie: Henner Kallmeyer) mindestens genauso romantisch und sehenswert daher. Das Ensemble zeigt sich von seiner spielfreudigsten Seite. Die leicht modernisierte Originalmusik – eingespielt vom Sinfonieorchester Wuppertal unter der Leitung von Johannes Pell – umrahmt wunderbar die Handlung.

Die Kostüme (Silke Rekort) mit Pelz und Spitze sowie die teils schrillen Frisuren sind wahrlich märchenhaft. Selbst das etwas sparsame Bühnenbild (Franziska Gebhardt) versprüht Zauber. Denn der Winterwunderwald aus dem Film ist hier eine weiße Hügellandschaft mit einem mit Schnee verhangenen Baum. Durch drei Stellwände verwandelt er sich in ein Königsschloss und mit Fantasie und Videoprojektion (Ilja Betser) in Küche und Pferdestall.

Große und kleine Mädchen und Jungen fühlen mit, wenn Aschenbrödel (großartig besetzt mit Julia Meier) von der bösen Stiefmutter (souverän: Julia Wolff) und deren Tochter Dora (Philippine Pachl spielt sie herrlich zickig) schikaniert wird. Nur gut, dass sie als Mann verkleidet den Prinzen (zum Dahinschmelzen: Konstantin Rickert) im Wald kennenlernt – freilich ohne zu wissen, wer er ist. Mittels dreier Haselnüsse erfüllt eine geheimnisvolle Eule Aschenbrödel schließlich den Wunsch, auf dem Ball im Schloss tanzen zu dürfen. Der Prinz verliebt sich sofort in das hübsche Mädchen, nachdem ihn die arrogante Dora und die dicke Kleinröschen (sehr witzig auch als Hauslehrer des Prinzen: Miko Greza) schon für sich haben wollten.

Die Inszenierung ist lustig, spannend und romantisch zugleich. Die anwesenden Kinder waren die ganzen 75 Minuten lang fasziniert. Für die Erwachsenen gab es kleine Anspielungen auf ihre eigene Jugend, die für große Heiterkeit sorgten. Prädikat: unbedingt sehenswert.

 

"Drei Haselnüsse für Aschenbrödel":
Für Kinder ab 6 Jahre.
Insgesamt gibt es 43 Aufführungen, von denen einige im Opernhaus mit dem Sinfonieorchester stattfinden. Alle Termine unter www.wuppertaler-buehnen.de

Aufgrund der großen Nachfrage sind weitere Termine für Schulklassen eingerichtet worden: Kapazitäten gibt es u.a. für die Vorstellungen am 23.11. um 12.30 Uhr, am 12.12. um 10 und 12.30 Uhr sowie am 13. und 17.12. um jeweils 12.30 Uhr

Karten gibt es ab 20,50 Euro bei der Kulturkarte unter Telefon 563-76 66 und kulturkarte-wuppertal.de

 

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