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Geld aus Berlin
3,4 Millionen Euro für Wuppertals Kultur

Geld aus Berlin: 3,4 Millionen Euro für Wuppertals Kultur
Das Pina-Bausch-Zentrum soll in das einstige Schauspielhaus. FOTO: Rundschau
Wuppertal. In seiner Sitzung am Mittwoch (27. Juni 2018) hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags insgesamt 3,4 Millionen Euro an Fördermitteln für das Engels-Jahr 2020, das Else Lasker-Schüler-Jahr 2019 und das Pina-Bausch-Zentrum beschlossen.

Davon entfallen auf das Engels-Jahr 1,1 Million Euro. Der 150. Geburtstag von Else Lasker-Schüler wird mit 104.000 Euro gefördert. Das Pina-Bausch-Zentrum erhält 2,2 Millionen Euro. Diese Mittel sind für die Konzeption und die weiteren Planungen des Pina-Bausch-Zentrums vorgesehen.

"Friedrich Engels gehört zu den wichtigsten Vordenkern der Arbeiterbewegung, der aber in der öffentlichen Wahrnehmung allzu häufig im Schatten von Karl Marx steht. Engels‘ 200. Geburtstag ist ein guter Anlass, ihn als eigenständige Persönlichkeit darzustellen", so Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke.

Dass der Bund auch den Geburtstag der berühmten Schriftstellerin und Lyrikerin, Else Lasker-Schüler, und das Pina-Bausch-Zentrum fördert, wertet der Rathaus-Chef als besondere Würdigung des Kulturstandortes Wuppertal. Mucke war in den letzten Monaten mehrfach zu Gesprächen in der Hauptstadt, um bei den Kultur- und Haushaltspolitikern des Deutschen Bundestages für die beiden Jubiläumsjahre und das Tanztheater zu werben. Ausdrücklich dankt er den Wuppertaler Bundestagsabgeordneten Helge Lindh und Jürgen Hardt für ihre "Lobby-Arbeit" im politischen Berlin.

"Der für das Engels-Jahr zuständige Kulturdezernent Matthias Nocke kann mit dem Geld ein sehr spannendes Konzept umsetzen, das national und international ausstrahlen wird", kündigt der OB an. Das Bundesgeld soll in die große Sonderausstellung "Friedrich Engels und seine Zeit" und in das wissenschaftliche und kulturelle Begleitprogramm fließen. Dabei werden nicht nur Engels‘ Leben, seine sozialpolitischen Theorien und spätere Interpretationen aufgearbeitet, sondern auch Bezüge zur Gegenwart aufzeigt. Der Oberbürgermeister legt dabei besonderen Wert auf die kritische Auseinandersetzung mit dem Revolutionär und seinem Denken: "Es wird keine Verklärungen und unkritische Huldigungen der Person Friedrich Engels geben."

Auch das Else-Lasker-Schüler-Jahr wird die Brücke in die Gegenwart schlagen und den wachsenden Antisemitismus in unserer Gesellschaft aufgreifen. "Es geht um das Erinnern für die Zukunft und darum vom Gedenken zum Nachdenken zu kommen", betont der OB.