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Nach Toreschluss – die Wochenendsatire
City Plaza – wat is datann?

Nach Toreschluss – die Wochenendsatire: City Plaza – wat is datann?
Roderich Trapp. FOTO: Bettina Osswald
Wuppertal. Neulich hätte ich fast das Lenkrad verrissen, als ich über die abgesenkte B7 unter dem Döppersberg fuhr. Da gibt es ja mittenmang die noch geschlossene Einfahrt in das neue Parkhaus, an der aber schon das große Schild hängt, das künftig motorisierten Wuppertal-Besuchern den Weg zum Stellplatz in Bestlage weisen soll. Und was steht auf diesem Schild als Parkplatzname riesengroß drauf? "City Plaza" ... Von Roderich Trapp

"Zittiplasa – wat is datann?", werden Sie mich als alteingesessene Wuppertaler jetzt garantiert fragen. Deshalb bin ich gleich mal suchen gegangen und auch fündig geworden. In "City Plaza" haben nämlich ganz offensichtlich die irischen Investoren kurzfristig unseren Döppersberg umgetauft, an dem sie den Primark-Bronzeblock und weitere Geschäfte bauen. Nun erinnere ich mich noch schwach, dass vor wenigen Wochen fast ein Bürgerkrieg um die Benennung des neuen Platzes vor dem Bahnhof entbrannt wäre. Beim dafür ausgeschriebenen städtischen Ideenwettbewerb wurden mehr als 300 Vorschläge gemacht. Da war von "An der rostigen Keksdose" bis "Wupportal" alles dabei. Nur "City Plaza" nicht. Am Ende hat man dann plötzlich gemerkt, dass der Platz schon Döppersberg heißt und es vernünftigerweise dabei belassen.

Das Problem dürfte aber sein, dass Iren das Wort Döppersberg nicht ansatzweise aussprechen können. Da kommt dann nämlich sowas wie "Dabbersbörk" dabei raus – ein im weltweiten Immobiliengeschäft eher sperriger Begriff. Deshalb haben sie sich wahrscheinlich lieber einen eigenen Namen ausgedacht. Das ist wie im irischen Pub: Wer da die Musik bezahlt, darf auch sagen, was der Fiddler spielen soll.

Allerdings scheint mir das City-Plaza-Konzept noch nicht ganz ausgereift. Weil der Primark-Bau bekanntlich viel näher an der Geschäftsbrücke steht als ursprünglich geplant, haben wir da keine Plaza mehr, sondern nur noch ein Plätzken. Und auch auf der Homepage, die der Investor unter der sehr nahe liegenden Internetadresse www.12days.eu eigens für sein Elberfelder Projekt aufgesetzt hat, besteht noch Optimierungsbedarf. Gucken wir mal drauf: Uiiii, da ist ein dolles Logo "City Plaza Wuppertal", das nach ziemlich großer Immobilienwelt aussieht.

Die "aktuellen News" fallen dagegen etwas ab. Es gibt acht Einträge, der erste steht unter der Überschrift "Neugestaltung für den Döppersberg" und informiert über Folgendes: "85.000 Fahrgäste schweben Tag für Tag kreuzungsfrei mit ihr durch die bergische Großstadt. Eis und Schnee stören sie wenig." Intimkennern unseres Tals wird dabei auffallen, dass hier eher die Schwebebahn als der Döppersberg gemeint sein muss.

Unter "Ein Radhaus für den Döppersberg" sieht es aber noch schlechter aus. Dort lesen wir: "Lorem ipsum dolor sit amet, consetetur sadipscing elitr". Das ist kein irischer Dialekt, sondern der weltweit gebräuchliche Nonsense-Blindtext, den Grafiker beim Layouten verwenden. Und der steht auch unter den sechs weiteren topaktuellen Meldungen rund um die City Plaza. Da können wir nur hoffen, dass der Investor Läden solider baut als Internetseiten ...

Übrigens: Wenn Sie von einem irischen Unternehmen an der City Plaza in Wuppertal ein Geschäft mieten möchten, dann müssen Sie sich an die deutsche Immobilientochter einer französischen Großbank wenden. Ich glaube, Elberfeld ist auf dem besten Weg zu einer Metropole von internationaler Bedeutung.

Bis die Tage!

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