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Kommentar zur Landtagswahltag aus Wuppertaler Sicht
Hoffnungsträger Hafke

Kommentar zur Landtagswahltag aus Wuppertaler Sicht: Hoffnungsträger Hafke
Rundschau-Redaktionsleiter Hendrik Walder. FOTO: Bettina Osswald
Wuppertal. Bleibt Wuppertal eine rote Hochburg? Nun ja, aber die Luft ist ganz schön dünn geworden. Von Hendrik Walder

Wer die bleichen Gesichter der Sozialdemokraten zu Beginn des Wahlabends im Rathaus gesehen hat, merkte die Unsicherheit, die erst zwei Stunden später einer mächtigen Erleichterung wich. Doch klar ist: Der Einfluss der selbst ernannten drei Musketiere BellBialasNeumann zugunsten Wuppertals wird in der Opposition schwinden. Und das ist erst einmal keine gute Nachricht.

Immerhin war es auch ihrem bescheidenen Einfluss zu verdanken, dass unter Rot-Grün der Stärkungspakt erfunden wurde – jenes Finanzierungskonzept, dass (unter anderem) Wuppertal von der Intensivstation in die Reha entließ. Noch heute schäumen selbst hochrangige CDU-Politiker aus dem Tal, wie der "Rüttgers-Club" von 2005 bis 2010 die finanzschwachen Großstädte ungerührt vor die Wand fuhr. Wie FDP-Innenminister Wolff seinerzeit der Stadt untersagte, Lehrlinge auszubilden, weil das ja Geld kosten würde.

"Haben die Leute das denn alles schon wieder vergessen", hörte man mehr als einmal an diesem Wahlabend. Und kann nur antworten: Offensichtlich, vor allem aber spielten landesweit andere Themen eine Rolle: Eine Schulpolitik mit falschen Schwerpunkten, Pannen in der inneren Sicherheit und die Stauproblematik waren die argumentativen Brandbeschleuniger für eine Wechselstimmung, die in den letzten Wochen wohl auch im Tal deutlich an Fahrt gewann. 

"Wir haben aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt", versprach Wuppertals FDP-Landtagsmitglied Marcel Hafke am Wahlabend. Sollte es – wie zu erwarten – zu einer schwarz-gelben Koalition kommen, wäre seine Stimme nicht unbedeutend. Denn nach Christian Lindners Abschied Richtung Berlin wird er mit seinem guten Listenplatz die Nummer Vier seiner Partei in Düsseldorf.

Als rhetorisch geschultes "Lindner-Double" könnte der smarte 35-Jährige damit in den nächsten fünf Jahren Wuppertals einflussreichster Regierungspolitiker werden.