Kommentar über das Konzept des Grünen Zoos

Abschiednehmen ist nicht leicht

Wuppertal. In meiner frühesten Erinnerung an Löwen schlägt mir ein beißender Uringeruch wie eine dicke unsichtbare Wand entgegen. Das Großkatzenhaus gleicht einem langen Flur, links die Zwinger, rechts wir, die Besucher. Die majestätischen Tiere streifen getrieben am Gitter entlang, ruhelos und nervös, bei jeder Kurve wirft das Löwenmännchen seinen Kopf auf die Seite, alle zehn Sekunden erreicht er das Ende seines Geheges hinter dem Gitter. Auf und ab. Auf und ab. Von Nina Bossymehr

Kommentar: Die Elberfelder Innenstadt zu Beginn der Weihnachtszeit

Die City leuchtet - teilweise

Montagabend in Elberfeld, kurz nach Einbruch der Dunkelheit. Elberfeld zeigt sein frisches Gesicht: Der Döppersberg, die Bahnhofshalle und der neue Busbahnhof strahlen einem regelrecht entgegen. Im Schein einer wirklich gut gemachten Beleuchtung (die indirekten LED-Lichter in den Handläufen!) stehen die Menschen durchaus beeindruckt an den Brüstungen und sehen auf die Stadt hinunter.  Von Roderich Trappmehr

Kommentar zum möglicherweise teureren Wupperpark

Wenn, dann muss die Stadt einspringen

Paukenschlag in der Döppersberg-Kommission: Ein sichtlich zerknirschter und sich überaus unangenehm fühlender Stadtdirektor Johannes Slawig enthüllt den Anwesenden, dass die beiden Gebäude im zukünftigen Wupperpark (eventuell möglicherweise, könnte sein, muss aber nicht, vielleicht, man weiß es noch nicht) teurer werden. Lange und verstörte Gesichter allenthalben. Es geht um ein Kostenplus von etwa 800.000 Euro. Kein Pappenstiel. Von Stefan Seitzmehr

Kommentar zur Ausstellung "Blockbuster Museum"

Einfach zeigen, was man kann

"Die großen Dinge sind ganz einfach." Das ist so ein Satz, den spricht man leicht dahin. Aber immer wieder trifft er ins Schwarze. Film zurück: Es hat Wuppertals Von der Heydt-Museumsdirektor Dr. Gerhard Finckh gar nicht gefallen, dass ihm "seine" große 18. Jahrhundert-Ausstellung, die letzte Schau seiner Wuppertaler Laufbahn, kurz vor dem entscheidenden Einbiegen auf die (noch lange) Zielgerade "abgesägt" wurde. Nein – das hat ihm gar nicht gefallen.  Von Stefan Seitzmehr

Kommentar zum Start der Immobilien- und Standortgemeinschaft (ISG) Poststraße

Sehnsucht nach dem Glanz von früher

Wenn alte oder älter werdende Leute nörgeln, dass früher alles besser war, kann das nerven – und stimmt auch (fast immer) nicht. In Sachen Poststraße aber trifft es den Nagel auf den Kopf. Ich weiß, wovon ich rede: Geboren 1962, bin ich von 1965 bis 1986 in der Poststraße aufgewachsen – und meine Mutter wohnt noch immer dort. Die Innenstadt-Herzstück-Straße war "zu meiner Zeit" ein mit facettenreichem und hochwertigem Einzelhandel eng bestücktes Pflaster.  Von Stefan Seitzmehr

Kommentar

32 Fragen zum Tanztheater: Wer gibt die Antworten?

Am Montag tagt der Beirat des Tanztheaters – bestehend aus Ursula Schulz (SPD), Heiner Fragemann (SPD), Rolf-Jürgen Köster (CDU), Peter Vorsteher (Grüne), Matthias Nocke (Kulturdezernent/CDU), Andreas Mucke (Oberbürgermeister/SPD), Bettina Milz als Vertreterin des Landes NRW und Madeline Ritter als Vertreterin der Pina-Bausch-Foundation. mehr

Kommentar: Plädoyer für einen baldigen Trassenanschluss in Langerfeld

Ordentlich in die Pedale treten!

Heute weiß ich ausnahmsweise genau, wovon ich spreche oder schreibe. Schließlich bin ich die Rundschau-Radrunde durchs Bergische Städtedreieck in ihrem Ostteil eigenfüßig geradelt. Mit einem traumhaften Wegstück durch das Marscheider Bachtal, mit einem sachlich-funktionalen Abschnitt durch Laaken und entlang der Lenneper Straße und einem albtraumhaften Anschluss rund um den Berliner Platz zur Langobardenstraße.  Von Hendrik Waldermehr

Kommentar über Kinderarmut in Wuppertal – und die Folgen

No Future mit acht – und keinen interessiert’s?

Wissen Sie noch, was Sie gemacht haben, als Sie acht Jahre alt waren? Wahrscheinlich haben Sie Fußball gekickt, Gitarre spielen gelernt, haben den Sommer im Freibad verbracht und den Winter beim Rodeln. Und wenn Sie mit Ihren Freunden unterwegs waren, haben Sie möglicherweise auch mal was ausgeheckt. Und ja, vielleicht hat der ein oder andere auch mal eine Packung Kaugummi mitgehen lassen. Von Nicole Bolzmehr

Kommentar zu einer möglichen Bundesgartenschau

BUGA? Pina zuerst!

Nicht Hardt, nicht Barmer Anlagen, nicht Nordpark, nicht Scharpenacken, auch sonst keines der Gelände, die ursprünglich immer genannt wurden, kommen nach Ansicht der BUGA-Experten in Frage. Weil sie zu schön sind. Eine Bundesgartenschau soll nicht schöne Flächen noch schöner machen, sondern Areale nach vorn bringen, die Schwächen und trotzdem Potenzial haben. BUGA ist also nicht nur "Schöne-Blumen-Zeigen", sondern viel mehr: Stadtentwicklung! Die kann Wuppertal gut gebrauchen. Von Stefan Seitzmehr

Kommentar zum Neuanfang des Wuppertaler Tanztheaters

Ein verdammt schweres Erbe!

Nicht jedes Erbe tritt man nur mit positiven Gefühlen an. Erst recht, wenn es so schwer wiegt wie das von Pina Bausch. Ihr plötzlicher Tod hat vor neun Jahren eine schmerzvolle Lücke in das legendäre Tanztheater Wuppertal gerissen, die bis heute nicht gefüllt werden konnte. Niemand war darauf vorbereitet. Niemand hatte einen Plan, wie es weitergehen konnte. Konnte es überhaupt weitergehen? Von Nicole Bolzmehr

Kommentar zur geplanten zentralen Touristeninformation am Döppersberg

Standort nicht in Frage stellen!

Es war nur ein Nebensatz in der jüngsten Sitzung der Döppersberg-Kommission. Aber einer der aufhorchen ließ: Ungefragt teilte Stadtkämmerer Johannes Slawig mit, dass zurzeit noch nicht sichergestellt sei, ob das Wuppertaler Stadtmarketing die zukünftige Miete für den ihm zugedachten Info-Pavillon gegenüber dem Schwebebahnhof zahlen könne. Falls nicht, so Slawig, gebe es aber "Dritte", die am Pavillon interessiert seien... Von Roderich Trappmehr

Kommentar zur Nachhilfe-Kostensteigerung für sozial bedürftige Schüler

Ein fragwürdiges Modell

In Bildung zu investieren, ist immer gut. Bessere Schulabschlüsse bringen mehr Chancen im Arbeitsleben. Doch in Wuppertal laufen die Dinge in Teilbereichen aus dem Ruder: Denn beim Bildungs- und Teilhabepaket für Schüler mit Hartz IV oder Sozialhilfe tut sich Erstaunliches: Landesweit gibt es kaum eine Stadt in NRW, die pro Kopf mehr ausgibt. Und die Entwicklung scheint noch nicht am Ende: Die Steigerungsrate ist sogar einsame Spitze. Von Dirk Lotzemehr

Kommentar zur Wiederwahl von Kulturdezernent Nocke

Ein ziemlich hoher Preis

Manchmal spielt einem das Leben echt keine guten Karten aus. Soll man sich von einem geschätzten Dezernenten trennen, weil die Bezirksregierung auf einem Beigeordneten beharrt, der Volljurist oder für den höheren Verwaltungsdienst qualifiziert ist? mehr

Kommentar über Bewerbung zur Bundesgartenschau 2017

Ein Kessel Buntes?

Ein kleines Dankeschön zunächst an die (ost-)deutsche Partnerstadt: Hätte Schwerin nicht zurückgezogen, käme Wuppertal als Austragungsstadt für die Bundesgartenschau 2025 gar nicht in Frage. Doch wegen der prekären Stadtfinanzen hat die mecklenburgische Landesregierung die Ampel auf Rot gestellt. mehr