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Immobilien-Rundschau
Erst kaufen – oder erst verkaufen?

Immobilien-Rundschau: Erst kaufen – oder erst verkaufen?
Frank Müller gehört mit seinem Büro „fmi“ zu den größten Maklern in Wuppertal. Er stützt sich auf mehr als 25 Jahre Erfahrung am lokalen Markt und verfügt über mehrere nationale und internationale Qualifikationen in der Immobilienwirtschaft. FOTO: fmi
Wuppertal. Immobilien kaufen, besitzen und verkaufen - das ist auch in Wuppertal ein Thema mit vielen Fragezeichen. Führende Marktexperten erklären in der Rundschau, was Anbieter und Interessenten wissen sollten. Heute: Frank Müller über die Frage nach der richtigen Reihenfolge bei Kauf einer neuen und gleichzeitigem Verkauf der bisherigen Immobile.

Wer bereits Eigentümer eines Hauses oder einer Wohnung ist und etwas Neues erwerben möchte oder muss, für den stellt sich die Frage, ob erst die vorhandene Immobilie verkauft werden soll oder erst eine neue her muss, bevor man die alte verkauft. Zu diesem Konflikt werden wir häufig um unsere Meinung gefragt.

Den Verkauf des selbst genutzten Eigentums voranzustellen hat Vor- und Nachteile:

Vorteile

Die Höhe des Verkaufserlöses ist bekannt und es gibt diesbezüglich keine Unsicherheiten mehr.

Der Zeitpunkt des Besitzüberganges an den Käufer ist bekannt und damit ist auch klar, wann die laufenden Kosten für die Immobilie wegfallen.

Insbesondere sollte erst dann zuerst verkauft werden, wenn der Verkaufserlös insgesamt erforderlich ist, um die neue Immobilie finanzieren zu können. Aber es gibt auch wesentliche ...

Nachteile

Ist das Immobilienangebot dort, wo man künftigen wohnen möchte knapp, kann man unter Zeitdruck geraten, oder man muss bei der Objektauswahl Kompromisse machen

Findet man überhaupt keine geeignete Immobilie, die man erwerben kann und möchte, muss man möglicherweise vorübergehend eine andere Bleibe (z. B. Mietwohnung) beziehen und eventuell zweimal umziehen, was die Kosten zusätzlich erhöht.

Der Handlungs- bzw. Entscheidungsdruck kann möglicherweise unangenehm werden oder als "stressig" empfunden werden.

Wer es sich leisten kann ist in jedem Falle gut beraten zunächst eine andere Immobilie zu erwerben, bevor es an den Verkauf geht. Möglicherweise kann die Sparkasse oder Bank mit einer Zwischenfinanzierung helfen, den Zeitraum zu überbrücken, in dem zwei Immobilien bezahlt werden müssen. Die Kosten der Zwischenfinanzierung sollten zuvor jedoch genau geklärt werden. Hierbei sind nicht nur die Kosten zu berücksichtigen, die bei der Bank entstehen (Zinsen, Bearbeitungsgebühren, unter Umständen Sachverständigenkosten), sondern auch Notar- und Gerichtskosten, die wahrscheinlich im Zusammenhang mit einer Zwischenfinanzierung anfallen werden.

Ein Sachverständiger oder guter Makler sollte den Marktwert der zu verkaufenden Immobilie auf etwa 5 Prozent genau einschätzen können, wenn seriös gearbeitet wird. Dies gibt Sicherheit im Hinblick auf den zu erwartenden Verkaufserlös, wenn man sich entschließt, zuerst eine neue Immobilie zu erwerben.

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