| 19.16 Uhr

Rundschau-Telefonaktion
Bluthochdruck: So viele Fragen!

Rundschau-Telefonaktion: Bluthochdruck: So viele Fragen!
Begehrter Gesprächspartner: Prof. Dr. Bernd Sanner, Ärztlicher Direktor am Bethesda-Krankenhaus und einer der führenden deutschen Bluthochdruckexperten, beantwortete am Rundschau-Telefon Leserfragen. FOTO: Rundschau
Wuppertal. Das Thema Bluthochdruck mobilisiert und bewegt Rundschau-Leser immer wieder: Auch bei der bereits dritten Telefonaktion mit Prof. Dr. Bernd Sanner glühten am Donnerstag wieder die Leitungen.

"Ganz viele Anrufer hatten Fragen zu ihren Medikamenten und möglichen Nebenwirkungen", so das Fazit des Ärztlichen Direktors am Bethesda-Krankenhaus, der zu Deutschlands führenden Bluthochdruck-Spezialisten zählt. Auch die Wechselwirkungen von Wirkstoffen gegen Bluthochdruck mit anderen Medikamenten beschäftigen offenbar viele Patienten.

Unsicherheit herrscht zudem oft darüber, welcher Zielblutdruckwert eigentlich angestrebt werden soll. Um allen Anrufern mit diesen und ähnlichen Anliegen gerecht zu werden, machte Prof. Sanner extra Überstunden am Rundschau-Telefon.

Eine ebenfalls immer wieder gestellte Frage war die nach der richtigen Messmethode und den richtigen Messgeräten für zu Hause. Sanner dazu: "Generell ist die Messung am Oberarm weniger anfällig für Fehler als die am Handgelenk."

Und zum Thema Blutdruckmessgeräte: "Rund 50 Prozent der Messgeräte für den Oberarm sind gut, bei denen fürs Handgelenk sind das rund 30 Prozent." Die beste Orientierung aus Sicht des Experten: "Alle Geräte, die das Prüfsiegel der deutschen Hypertonie-Gesellschaft tragen, liefern korrekte Werte, wenn man richtig misst."

Menschen, die bei solchen Messungen plötzlich schlechte Werte ablesen, obwohl ihr Blutdruck jahrelang gut eingestellt war, meldeten sich am Donnerstag ebenfalls. Eine Situation, die sorgfältiger diagnostischer Abklärung bedarf. "Das hat oft sekundäre Ursachen", erklärt Sanner: "Zum Beispiel hormonelle Veränderungen oder Schilddrüsen-Probleme."

Experte für Schlafmedizin war Sanner aber auch: "In der Altersgruppe zwischen 50 und 70 lösen sehr häufig auch Schlafstörungen oder Atemaussetzer beim Schlafen solche Veränderungen aus."