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Schonendes Verfahren beim künstlichen Gelenkersatz

Schonendes Verfahren beim künstlichen Gelenkersatz
FOTO: : Kathrin Heikaus / Frisch ans Werk
Minimal-invasive Eingreife, so genannte Schlüsselloch-Operationen gehören in den chirurgischen Fachabteilungen heutzutage zu den alltäglichen Eingriffen auf dem OP-Plan der Operateure.

Im Bereich der Endoprothetik, also dem künstlichen Gelenkersatz, sind minimal-invasive Eingriffe, die sich durch nur kleine Hautschnitte und schonende Zugänge auszeichnen, eher selten. Das EVK Mettmann stellt dabei aber als eine von bundesweit nur wenigen Kliniken eine Ausnahme dar.

Wir sprachen mit Dr. med. Andrzej Kaminski, Chefarzt der Abteilung für Unfallchirurgie & Orthopädie!

 

Redaktion: Herr Dr. Kaminski, eine künstliche Hüfte soll durch eine Schlüsselloch großen Schnitt eingesetzt werden – kaum vorstellbar, oder?

Kaminski: Das ist in der Tat etwas überspitzt formuliert, aber wir reden in diesem Fall von einem etwa 7 – 10cm großen Schnitt. Auch hier fällt es dem Laien natürlich schwer, sich vorzustellen, wie ein altes gegen ein neues, künstliches Gelenk durch diesen Zugang ausgetauscht werden soll – aber das geht wirklich ganz wunderbar.

Redaktion: Wenn das so einfach geht, warum wird es nicht in allen Kliniken praktiziert?

Kaminski: Es braucht schlichtweg ein hohes Maß an Übung. Es ist ein komplett anderer operativer Zugang zum Gelenk, der wie ein Handwerk geübt werden muss. Und auch ich habe natürlich über Monate Fortbildungen absolviert, also quasi kontinuierlich "trainiert" bis diese Methode auch für und durch mich sicher anwendbar geworden ist.

Bilderstrecke EVK Mettmann Januar 2019 FOTO: Kathrin Heikaus / Frisch ans Werk

Redaktion: Das heißt, Sie beherrschen jetzt mehrere Möglichkeiten, um ein Hüftgelenk zu erneuern?

Kaminski: Genau! Seit dem letzten Jahr bieten wir die minimal-invasive Hüftendoprothetik im EVK Mettmann an. Wenn immer es jedoch möglich ist, wählen wir die patientenschonendere, minimal-invasive Variante. Es gibt aber auch Patienten, die für das Verfahren aufgrund der körperlichen Konstitution nicht geeignet sind, hier operieren wir nach wie vor konventionell und der gleich hohen Qualität.

Redaktion: Was bedeutet das genau? Oder anders gefragt: Wo liegen die Vorteile?

Kaminski: Zunächst unterscheidet sich der Eingriff in der Art des Zugangs. Setzt man den Schnitt bei der konventionellen Variante seitlich am äußeren Oberschenkel an, so geht man bei der minimal-invasiven Technik von oben durch den Oberschenkel. Dabei werden zum Beispiel keine Muskeln verletzt oder durchtrennt. Zudem ist der Schnitt mit 7 – 10 cm deutlich kleiner und eine kleinere Narbe führt auch zu weniger Wundschmerzen.

Redaktion: Und wenn keine Muskeln beschädigt werden, ist der Patient sicherlich auch wieder schneller auf den Beinen?

Kaminski: Genau das ist der springende Punkt und im direkten Vergleich beider Eingriffstechniken der entscheidende Vorteil: Die Patienten, die wir minimal-invasiv operieren sind immens früh wieder auf den Beinen und können bereits nach kurzer Zeit ohne Gehstützen wieder laufen. Es gibt sogar Patienten, die nicht einmal mehr in die Reha wollten – aber darauf sollte man nicht verzichten.

FOTO: Martina Chardin

Ich möchte auch betonen, dass eben die erste Phase nach der Operation die Unterschiede ausmacht. Die Dauer der OP ist mit circa 1 Stunde bei beiden Eingriffstechniken gleich und nach einem halben Jahr nach der OP, sind auch alle Patienten auf dem gleichen Stand. Aber dieses erste halbe Jahr nach dem Eingriff macht die Unterschiede: eine kleinere Narbe, weniger Wundschmerz, weniger postoperative Komplikationen, ein geringerer Bedarf an Schmerzmitteln und eine frühzeitig zurück erworbene Mobilität ohne große Einschränkungen.

Redaktion: Das hört sich gut an, aber wer benötigt eine künstliche Hüfte und vor allem ab wann?

Kaminski: Grundsätzlich kann das in jedem Lebensalter notwendig werden. Bei den jüngeren Patienten sind es meist Unfallverletzungen, die einen Gelenkersatz notwendig machen, im Alter, so ab Mitte 50, treten dann auch Verschleißerscheinungen auf. Wenn die Schmerzen dann zu groß werden, geht man von konservativen Therapien zum chirurgischen Eingriff über – auch wenn eine OP immer das letzte Mittel einer Behandlung sein sollte.

Redaktion: Das heißt, bevor Sie einem Patienten raten, das Gelenk auszutauschen, gibt es eingehende Untersuchungen.

Kaminski: Richtig, jede Therapie wird gemeinsam mit dem Patienten besprochen und geplant. Wenn ein Patient mit Schmerzen zu uns in die Sprechstunde kommt, besprechen wir die Symptome, dann finden zunächst Untersuchungen statt – meist mittels MRT, CT oder Röntgen – und dann wird ein individueller Behandlungsplan aufgestellt. Der umfasst nicht nur die OP-Planung, sondern auch die Physiotherapie bei uns im Haus und die anschließende Reha. Dann bekommen die Patienten noch einen Prothesenpass und Infomaterial, also wie sie sich mit dem neuen Gelenk verhalten sollten, welche Aktivitäten gut und welche zunächst weniger gut sind. Und natürlich erfolgen dann auch entsprechende Nachuntersuchgen. Für uns ist es wichtig, dass der Patient bestens informiert ist und weiß, was ihn erwartet.

Redaktion: Am Schluss bleibt noch die Frage: wie lang hält so eine Prothese?

Kaminski: Wir verbauen modernste Teil- und Vollprothesen aus Keramik, die mittlerweile im Durchschnitt 20 Jahre halten. Der Patient hat also nach dem Eingriff wirklich viele Jahre Ruhe bei einer gesteigerten Lebensqualität.

Vielen Dank für das Gespräch!

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